Tablet Navigation & Montage


Wer kennt das nicht? Man steht irgendwo auf einem Berggipfel und wenn man sein Strassennavi so anschaut, hätte da gar kein befahrbarer Weg hochführen sollen, geschweige denn wieder runter. Und überhaupt, wie soll man sich mit dem kleinen Display auch ne gescheite Übersicht verschaffen...

 

 

Garmin scheint der Ansicht zu sein, Forte Jafferau sei per Fahrzeug nicht zu erreichen...

 

Abhilfe schafft hier ein Navigator, der mit einer entsprechend detaillierten Papier-Karte umzugehen weis, um einen durch die zahlreichen Abzweiger flüssig bis ans Ziel zu führen. Fehlt dieser auch, wirds schnell mal ineffizient.

 

Eine mögliche Lösung hierzu bieten OpenStreetMaps gekoppelt mit einem GPS-fähigen Tabletcomputer.

 

Fangen wir beim Tablet an: Nach dem Lesen einiger Reviews und Produktvergleiche, habe ich mich für das Samsung Galaxy TAB A entschieden.

 

 

Eckdaten: 9.7" Display, 450g, Android 5.0, SSD, 1.5GB Arbeitsspeicher, 4 Cores, 16GB Gerätespeicher und max. 128GB Erweiterung via Microsim, =>GPS<=. Kostenpunkt zu Beginn 2017: Um die CHF 200.-, ein Jaar Später CHF 150.-

 

Also, nun haben wir eine Plattform. Nun brauchen wir noch ein Navigationsprogramm, welches man auch im Ausland benützen kann ohne dass einem einerseits die Roamingkosten durchs Dach schiessen und andererseits auch noch da funktioniert, wo mangels Empfang gar keine Roamingkosten anfallen können. Es gibt diverse Programme, die mit OpenStreetMaps arbeiten, OSMand ist eines davon.

Die App für Android gibts gratis auf dem Google Play Store, mit einer Limitierung von 10 Länderkarten Downloads. Die Vollversion kostet CHF 6.- mit unlimitiertem Kartendownload. Gewisse Details wie Relief- oder Topo-Overlays können nochmal ein paar Rappen zusätzlich kosten.

Im Prinzip braucht man nur die App zu installieren, und die Karten für die Länder die man bereisen will downzuloaden.

 

Hierzu sei gesagt: Das frisst so RICHTIG Speicher! 12 der 16GB Gerätespeicher waren nach dem Download sechser Detail-Länderkarten schon am ersten Abend voll.

=> Entweder das Tablet dediziert zur Navigation benutzen und nur die Karten, die man gerade für den Tripp braucht, draufladen oder gleich von Beginn an 128GB Zusatzspeicher in Form einer Microsim kaufen.

 

Die Bedienung von OSMand ähnelt Google Maps in den Grundzügen sehr stark, ist sehr intuitiv und simpel gehalten. Navigiert wird wie gewohnt über die Zielsuche oder manuelles Eintippen seiner Wegpunkte um diese dann als GPX Tracks zu speichern. So kann man eine komplette Tour mal eben laden, sobald man in der Umgebung angekommen ist.

Das Anlegen der Tracks braucht ein Bisschen Übung. Manchmal muss das Programm überlistet oder die "Hilfe" in Anspruch genommen werden, aber im grossen Ganzen kriegt man den Dreh auch ohne besondere IT-Begabung schnell raus. 

Alternativ können auch einfach GPX-Tracks von anderen Personen aus dem Internet heruntergeladen und direkt ins entsprechende OSMand-Folder kopiert werden.

 

Kleiner Bedien-Tipp am Rande: Wer neue Trails scouten will, kann sich in OSMand anstatt als Fahrzeug einfach als Fussgänger ausgeben und hat so ständig auch die kleinsten Bergziegenpfade eingeblendet ohne ständig maximal reinzoomen zu müssen.

 

Soweit so gut. Nun fehlt also noch eine Montage fürs Cockpit.

Da ich mit Saugnäpfen an der Windschutzscheibe insbesondere bei kälteren Temperaturen im Gelände durchzogene Erfahrungen gemacht habe (Garmin Navi Top, Baumarkt Handymount Flop, Notizblockhalter so so, la la), wollte ich für das vergleichsweise sehr grosse Tablet (450g) eine möglichst stabile Lösung, ohne Saugnäpfe.

Da ich das Dashboard weder verbohren, noch das Navi einfach dran kleben wollte, damits der Beifahrer im Fall einer Airbagauslösung auch sicher mitten ins Klavier geklatscht kriegt, bot sich für ein knapp 10" Tablet die Grab-Bar/Oh-Shit-bar des Wranglers an.

 

Ich habe mich für die sauberste, wenn auch nicht unbedingt kosteneffizienteste Lösung entschieden. Selbst einen Arm auf Basis einer Fahrradlenkerklemme zusammenzustiefeln wäre auch ein Approach. Aber der Preis für einen Qualitäts-Tabletrahmen ist auch damit schwer aus der Rechnung zu kriegen.

 

Egal wie mans anstellt, die Montage wird aus 3 Komponenten bestehen:

-Grab-Bar-Adapter: Teure Porno-Lösung von Nakatanenga anstatt System Fahrradlenkerklemme, welche genau so gut funktioniert aber entweder den "Jeep" oder "Since 1941" Schriftzug überdecken würde. Ja, ich bin das Paradebeispiel eines Jeep-Owners...

 

 

-Schwenk-Arm: RAM-Mount Arm, der direkt auf die RAM-1" Kugel der Nakatanenga-Base passt. Gibt auch RAM Lenkerklemmen mit Kugeladapter wie gesagt...

 

-Tabletrahmen: Ebenfalls System RAM-Mount zum selbst zusammenzimmern

 

 

Nein, nen kleineren Schrauber als Modell "PPK" hier gabs leider nicht... :)  

 

Bezugsquellen: 

 

 

Sehr saubere und durchdachte Sache, wie von Nakatanenga gewohnt! Ob man für die olle Kugel 69€ ausgeben will (Ein Wrangler JK/JKU kostete 2016 je nach Alter und Trim-Level zwischen CHF 30 und 65K....) muss jeder mit sich selbst ausmachen.

 

  • RAM-Mount Arm und Tabletrahmen: Kniebrett.ch  Ebenfalls rund CHF 70.-

 

Ursprünglich auf Aviatik-Zubehör spezialisiert, bieten sie mittlerweile auch eine Vielzahl von Lösungen zur Montage von Navis, Actioncams, Tablets für Autos und den Sportsektor.

 

  • Galaxy TAB A 9,7": An jeder Ecke, bei mir war die Digitec grad um die Ecke...

 

Ich hab das  Tablet also eingesteckt und die 45min Fahrt auf mich genommen, um direkt im "Kniebrett"-Showroom in Klingnau vorbeizuschneien.

Auf sehr unkomplizierte Weise konnte so gleich vor Ort geschaut werden, welcher RAM-Mount Arm von der Länge und Modularität am besten für mein Auto und meine Bedürfnisse passt.

Besser als aufgrund theoretischer Annahmen 3 mal irgendwo im Netz zu bestellen bis es dann mal passt. Das Selbe beim Tabletrahmen.

 

Die Montage des Nakatanenga 1" RAM-Kugel Adapters an der Grab-Bar war entgegen der einfach verständlichen Beschreibung jedoch nicht ganz ohne: Das lag aber an den von Jeep verbauten, zusammengeklebten Monster-Unterlagscheiben (WTF?!?), die entgegen dem Beschrieb mit keiner Zange kleinzukriegen waren (Bolzenschneider?). Beim Wrangler, den Nakatanenga ausgerüstet hat, ist damals in Toledo wohl eine wesentlich dünnere U-Scheibe aus der Überbleibselkiste gefischt und verbaut worden,...Ist halt keine G-Klasse :) . Schraubstock und Dremmel haben schlussendlich den Tag gerettet. Der Rest der RAM Komponenten ist dafür schlicht plug-and-play.

 

 

Uuuund es kann losgehn!

 

PS: Auch ein Jahr nachdem ich den Artikel verfasst habe kann ich voll und ganz hinter der Tablet/Osmand-Combo stehen,. Auch im Indianerland Südosteuropas, wo sonst nix und niemand mehr ist, funktioniert es tadellos und zeigt einem auch noch die abgelegensten Bergpfade.

 

 

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