2017-07 Balkan-Tour: Teil I (CH-MNE)

Mit 4 Jeeps in 3 Tagen vom Schweizer Mittelland bis in den Durmitor-Nationalpark Montenegros ~1680km.

 

Die erste grosse Tour der ursprünglichen 4x4EF Crew mit Fokus Montenegro und Albanien im Sommer 2017. Mit dieser Idee hat genau genommen alles begonnen. Nach 9 Monaten planen, recherchieren, schrauben, Groschen drehen und das ganze von Vorne, geht's nun endlich los.

 

 

 

Willkommen zu Teil 1 von 3

 

 

Tag 1, Sonntag 09.07.2017

Ziel: Camp Tiha, Insel KRK, Kroatien - 880km

 

01:00: Es will einfach nicht klappen. Seit 2.5 Stunden wälze ich mich im Bett umher und krieg kein Auge zu. Da ich noch Besuch hatte, ist der Jeep schon seit heute Nachmittag gepackt. Einzig den Laptop muss ich noch in seine Tasche stecken. Dennoch halten mich meine Gedanken an die bevorstehende Reise wach.
Wir haben alles gemacht, was wir konnten. An einigen der Jeeps wurde bis sprichwörtlich der letzten Minute geschraubt, repariert, getauscht und optimiert. Würde das ausreichen? Würde alles halten? Vorfreude ist ebenfalls ein Thema: Ich könnte zerspringen vor Glück.

 

Anstatt den Narkosehammer, krame ich die Kaffeemaschine raus und sitze bald darauf mit einer heissen Tasse Elixier aufm Balkon. Die Zeit vergeht mit auf die Jurakette in der Ferne starren und, als sich da Erwartungsgemäss nix tut, dem "Schuh des Manitu" schauen.

Pünktlich auf den Wecker merke ich, wie ich doch langsam müde werde. Tja, für die nächsten 880km kannste das nun vergessen. Aber das hatten wir ja schon mal an Ostern, wird schon schief gehen.

 

03:15: Nach 45min und 70km Fahrt, treffe ich bei Dave & Marion ein. 45min zu früh, aber dem Anschein nach war da etwa ähnlich viel los mit Schlafen wie bei mir: Das Licht brennt entweder schon oder immer noch.

Wir trinken zusammen Kaffee und lassen mal ne Whatsappbombe los um zu checken, wies um dem Rest der Chaoten steht. Same same - No different :)

Nach dem Kaffee machen wir uns zu Dritt auf um Mattia aufzugabeln und treffen uns schliesslich gegen 04:00 wie vereinbart alle vor Simons Elternhaus.

Letzte Improvisationen, Funkchecks und Materialaufteilung werden vorgenommen.  
Die Idee ist über den San Bernardino Pass, vorbei an Mailand Richtung Rijeka und schliesslich die Insel KRK zu fahren, dabei das CB-Funknetz mit ordentlich Stuss zu fluten, nicht einzupennen und keine Leitplanken abzurasieren.

 

Simon kennt den ersten Teil der Route auswendig und übernimmt den Lead des Konvois über den San Bernardino Pass. Vor Landquart wird, wo nötig, das erste mal getankt um die Nadeln zu synchronisieren. Kaffee Nummer 1 und 2 des Tages werden dem ewigen Kreislauf mitgegeben, Nummer 3 in die Figur gekippt.

 

Die Dämmerung beginnt noch bevor wir den Pass überquert haben, es regnet leicht, die Wolken hängen tief. 

 

07:00: Kurz nach Roveredo fahren wir auf eine Raststätte. Gott hab ich ne Krise. Während der Rest sich Frühstückstoasts reinpfeift, probier ich lediglich den Geschmack der ganzen -ine mit einer Coke runterzuspülen und schnappe mir noch ein Paar Redbull als Kriegsreserve. 15min Powernap, etwas dumm labern an der frischen Luft und ein paar Liegen drücken helfen mir die Krise zu überwinden bevor wir nochmals die Treibstoffreserven auftoppen und weiterfahren.

Um das erwartete Theater um Milano herum zu vermeiden, wollen wir ein Stück Überland fahren und dann in Bergamo wieder auf die Autobahn einfädeln. Wirklich Zeit sparen wir durch die verworrenen Dörfer nicht und verfransen uns in der brütenden Hitze wiederholt, kreieren quasi unser eigenes Theater..

Ein gemeinsamer Blick auf die Papierkarte richtet's dann schliesslich und es geht von da an wieder effizienter voran. Wir fahren von da an, abgsehen von einer Futter und Tankpause in Italien, durch. Die fantastisch schöne Überlandfahrt von Triest her nach Rijeka entschädigt die Strapazen der vergangenen Stunden und hebt die Stimmung erheblich.

 

16:30 tut sich vor uns zur Rechten die Kvarner Bucht auf und wir durchfahren Rijeka kurz darauf. Auch hier wird nicht zu wenig über die Bauwerke der Kroaten gestaunt. Das grenzt an Kunst wie die ihre Autobahn durch die Berge und über Täler führen, einfach bombasitisch. Die letzte dieser Brücken für heute ist die Überfahrt auf die Insel Krk. Vorher nochmals Maut abdrücken.

 

 

Der Verkehr auf der Insel hat verglichen mit vergangenem Osterwochenende merklich zugenommen. Auch im sonst eher weniger populären Nordwesten, entfernt von den Beiden Ballungszentren Krk und Baska. Wo im Frühling vor dem inneren Auge noch Tumbleweeds vorbeiwehten, hats nun hunderte wenn nicht tausende Badewütige den Strand entlang. Ich hoffe mal die nächtigen nicht alle im Camp Tiha, wo wir hinwollen.

 

17:40: Die letzten Urlauber verschwinden zusammen mit dem Örtchen Klimno im Rückspiegel, unsere Reifen greifen den ersten Schotter. Ich habe den über Ostern spontan entdeckten Küstentrail auf Anhieb wieder gefunden. Die Strecke mit Blick auf die Bucht ist kurz aber schön und wir erreichen die ersten Häuser unserer Destination Silo bereits nach 20 Minuten. Doch das bisschen Schotterweg hatte mehr Wirkung im Ziel als alle Kaffees, Redbulls, Monster und Cokes des ganzen Tages kombiniert.

 

Die Stimmung ist so euhporisch als wir kurz nach 18:00 ins Camp Tiha einbiegen, dass man meinen könnte, wir fahren heute noch bis Dubrovnik weiter :D

 

Aber nix da: Fass aufmachen 14h auf Achse reichen für Heute!

 

Die Chefin der Reception mit dem freundlichen lächeln versteht nicht ganz, wo und wie wir denn ohne Zelte aber nicht im Auto schlafen wollen und beschliesst sich dann mit "stay anywhere you like" aus der Affäre zu ziehen. Die 5 Chaoten in den 4 Jeeps schaffen es schliesslich, sich über 3 verschiedene Wege durch den Camping am Strand einzufinden.

Poleposition am Meer ist zwar bereits vergeben aber es ist noch jede Menge Platz in der zweiten Reihe, welche wir in Beschlag nehmen, nachdem wir uns auf Formation Wagenburg-light geeinigt haben.

 

Innert Minuten sind Markise, Tische und Stühle aufgebaut, Chipstüten offen und wir stossen zusammen auf unsere Ferien an bevor wir ins kühle Nass springen.

Der Abend vergeht wie im Fluge, der Gesprächsstoff und die Ideen und werden immer wie kreativer während der Löschmittelvorrat immer kleiner wird und die Doppelapfel-Shisha dazu vor sich hinblubbert...

Der Höhepunkt unseres heutigen Schaffens dürfte etwa da erreicht gewesen sein, als ich kurz vor Mitternacht paddelnd versuche Pitsch mit einem gekaperten Motorboot zu überfahren

...Was mir auch beinahe gelungen wäre. Doch ebenso wenig wie ich den Motor in gang gekriegt habe, konnte ich leider auch den Anker lösen, so war der Spielraum doch recht begrenzt. Besser so...

 

"Drink up me hearties yo-ho" :)

 

 

 

Tag 2, Montag 10.07.2017

Ziel: Camp "Pod Maslinow", Orasaç bei Dubrovnik - Kroatien - 550km

 

Nachdem ich die Nacht zuvor garnichts geschlafen habe und den Ereignissen des gestrigen Abends, ist es mir ehrlich gesagt auch ein Rätsel, wie ich im 05:11 in der Früh schon die ersten Bilder knipsen konnte. Aber so war es. "Verruckt wänn'd überleisch!"

 

Perfektes Timing, denn die Sonne geht gerade über den Hügeln östlich von Rijeka auf. Die Jungs schlafen noch, Pitsch vernichtet gerade die letzten Quadratmeter Regenwald im Schlummerland.

 

Der Tag läuft harzig an, das Wetter verspricht wieder schön zu werden: Schön heiss :D

 

Das Frühmorgentliche Highlight, neben dem echt spektakulären Sonnenaufgang in der Stille, ist der Croissant-Mann, welcher gegen Halb 8 über den Campingplatz streunt. Er macht ein gutes Geschäft und beschert uns etwas als Beilage zu unserem puristischen Nutella-Frühstück.

 

09:30: Es geht wieder los! Voller Elan holpern wir über den Küstentrail zurück Richtung Festland und schiessen ohne es zu realisieren noch das Titelbild für die neue Page.

 

Nach der Brücke aufs Festland halten wir rechts und folgen der Küstenstrasse, welche uns Konstant einen super Ausblick auf das Meer und die Krk gewährt. Als letztere sich auf Höhe Zengg dem Ende zuneigt, halten wir links und verlassen die Küstenstrasse um den Berg hoch die Autobahn zu erreichen, die uns fast bis an unser Tagesziel bringen sollte. 

 

Dieses ist ein kleiner Camping an der Küste, ca. 8km vor Dubrovnik, der geschichtsträchtigen Touri-Metropole Kroatiens. Auch diesen fahren wir wieder auf gut Glück an: Reservation sei nicht möglich, hiess es auf meine Anfrage vor ein paar Monaten. Wird schon schief gehen, the universe provides, the force is with us and what not...

 

Der grösste Teil des Tages spielt sich für uns bei 36° auf den Wunderwerken der kroatischen Autobahningenieure ab. Weniger als Wunderwerke sollte sich der Kühler der Geröllheimers und die Mittagsverpflegung in einer Raststätte auf Höhe Ramljani herausstellen. Dieser veranlasst uns das erste, und definitiv nicht letzte, Mal auf unserer Reise kurz anzuhalten und zu warten bis sich die Temperatur wieder gesenkt hat.

 

Abgesehen von rauchiger Luft entlang der Bosnischen Grenze, wegen der zahlreichen Waldbrände die den Balkan diesen Sommer unaufhörlich plagten, und ein zwei Pitstops mit Kaffee gibt der Tag bis in die frühen Abendstunden nicht viel Abwechslung her.

 

Um 17:30 herum verlassen wir die Autobahn, durchqueren die letzten Hügel und halten wieder auf die Küste zu. Im Flachland angekommen, ist die Strasse gesäumt mit Ständen mit lokalen Spezialitäten: Früchte, Honig, Speiseöle, Nüsse und dergleichen. Ich glaube die Stände werden gleich ab der Stange produziert: Es sind dutzende und alle sehen sie gleich aus.

Nach etwa dem 5 dutzendsten Stand halten wir bei einem an. Er ist gut besucht, wir werden aber sofort belagert. Das menschliche Tonband spult auf diverse Sprachen ab was es zu kaufen gibt, mit Konversation ist dann aber nicht so viel.

Wir merken hier das erste mal, dass wir mit den ganzen Autobahnkilometern auch etwas vom Tourisektor hinter uns gelassen haben. Hier spricht nicht mehr jeder Mensch und sein Hund Deutsch oder Englisch.

 

Wir bekommen einen Crashkurs in Balkanischer interkultureller verständigung: Wenn man ein Wort auf eine Sprache nicht weiss, holt man einfach solange Leute dazu zu, bis jemand darunter ist, der das Wort kennen.

 

Dass wir eine ganze Melone wollen, kriegen wir mit Händen und Füssen hinkommuniziert. Als es dann jedoch darum geht ob sie eine Flasche Slibovic oder sowas aus Eigenproduktion anzubieten haben, beginnt der Spass: Bevor wir uns versehen, ist eine Flasche ohne Etikett und Gläser unter dem Tresen hervorgezaubert und uns wird zuprostet "You drink, good sex tonight"... :D :D

 

Beim zweiten Versuch zu vermitteln dass wir eine ganze Flasche zum MITNEHMEN wollen anstatt uns hier am Strassenrand wegzuballern, wird lediglich gekichert und nachgeschenkt, was wir zumindest bei ein paar Gläsern verhindern können... "Lady, ain't gonna be no Bumbum tonight wenn ich vorher die Karre, beim Versuch dem lila Bruder von Dumbo auszuweichen, um nen Baum wickel"^^

Danach gehts zurück an die Küste, zwischendurch 9.2km durch bosnisches Staatsgebiet bei der Neum-Bucht, und dann wieder weiter durch Kroatien?!?

Hierbei gilt es zu beachten, dass man durch den Beitritt Kroatiens zur EU hier für diese 9.2km zweimal die EU-Aussengrenze passiert => Mind. 6 Montate über Einreisedatum gültigen Reisepass nicht vergessen!

 

Viele Kilometer Küstenstrasse später erreichen wir gegen 20:30, müde aber vollgetankt mit Ferienstimmung, unseren angepeilten Campingplatz.

Platz ist mehr als genug da und obwohl es erst der zweite Tag unserer Reise ist, stellt sich das Camp nach bekanntem Schema schon fast wie von selbst auf.

 

Bevor es an den Strand geht, wo uns eine Pizzeria empfohlen wurde, müssen wir jedoch noch eine vermeintlich kurze IT-Session einlegen. Aus irgend einem Grund kriegt Pitsch keine Verbindung zwischen Fernsteuerung und Drone (DJI Phantom 3 Advanced). Google meint bekanntes Problem, neustes Update müsse installiert werden dann klappe das wieder. Via Laptop und Micro-USB-Clip wird das mehrfach vergeblich probiert.

Es ist schon Dunkel als wir sichtlich frustriert den Rest in die Pizzeria vorausschicken. Die E-Help-Page des Herstellers DJI ist nicht wirklich eine Hilfe. Kurz bevor der FUBAR-2.0 Einflusshebel zum Einsatz kommt, finden wir auf Youtube ein hilfreiches User-Video. Tatsächlich ist es "nur" eine Einstellungsgeschichte und als mittels Video der zu aktivierende Config-Parameter in den unweiten des Menüs gefunden ist, verbindet und fliegt das Ding endlich. Yeah Baby!

 

Pitsch und ich gesellen uns daraufhin zum Rest an den Strand, bestellen uns ebenfalls Pivo und Mafiafrisbees, und entspannen wieder. Danach geht's noch kurz in der, verglichen mit gestern sichtlich kühleren, Bucht zum plantschen und dann mit ein paar Bier über die Gasse wieder hoch ins Camp, wo der Abend seinen Lauf nimmt.

 

 

Tag 3, Dienstag 11.07.2017

Ziel: Sušičko See, Durmitor Nationalpark, Montenegro - 250km

05:00: Nein, heute ist um die Zeit noch niemand wach.

 

Gegen 08:00, als die Morgensonne die Ersten in ihren Schlafsäcken regelrecht zu rösten beginnt anstatt sie wach zu küssen, beginnt unser Tag.

 

Der vergleichsweise viele Schlaf hat mir gut getan. Ich krame die entsprechende Wolfpack-Kiste mit dem Coffee-Break-Set darin aus dem Jeep hervor und setze mit der grossen 8dl Bialetti Kaffee für die Jungs auf.

Zum Frühstück gibts dazu heute die Wassermelone, die wir gestern am Strassenrand erstanden haben. Der Versuch, diese anstatt meiner Füsse mit der altgedienten Ontario-Machete zu halbieren, gelingt auf den ersten Blick. Auf den zweiten stellt sich dann heraus, dass das PVC-Schneidbrettchen darunter gleich mitgespalten wurde :D

 

Die Cherokees werden aufgepäppelt: Diverse Quietscher und sonstige ominöse Töne in Umgebung der Vorderachsen gilt es zu untersuchen.

 

11:30: Wir verlassen das Camp in Richtung Dubrovnik um dort Einzukaufen zu gehen. Einige als kritisch eingestufte Ressourcen neigen sich dem Ende zu und wir werden die nächsten 2 Tage keine grösseren Ortschaften mehr aufsuchen um Nachschub zu besorgen

 

Dubrovnik im Sommer kann für Konvois zeitweise ein "Bisschen" herausfordernd sein. Nicht nur die Bucht ist voll mit Nussschalen von Klein- bis Titanic-Format, sondern auch die ansonsten schon schwer zu überblickende Stadt ist voller Touri-Verkehr. Wir lokalisieren schliesslich eine Parkmöglichkeit hinterm Tommy-Einkaufsmarkt und machen uns daran Nachschub zu besorgen. Fleisch, Käse, Pasta-Material, jede Menge Coke und Feuerwasser stehen auf der Liste. Zusätzlich unzählige Tüten Kartoffelchips und Keckse aka "Chrööm"... Ein 5-Jähriger hätte vernünftiger eingekauft^^.

In der Bäckerei gibts Speck-Käse-Brötchen und Pizzataschen zum Mittagessen. Ebenso ein Kilo Brot fürs morgige Frühstück.

 

Auf dem Weg aus Dubrovnik raus, besorgen wir noch eine neue Zweitbatterie für Pitsch, nachdem die erste scheinbar gekränkelt hat (oder doch einfach das Ladekabel zu dünn war...) und halten dann auf den Grenzübergang zu. Aus Kroatien rauszukommen ging relativ speditiv. Der Montenegrinische Zoll bei Debeli Brijeg jedoch hatte nicht alle Häuschen besetzt und so hatten wir rund 45 Minuten bis wir durch waren. Abgesehen davon gabs aber gar keine Probleme. Versicherungskarte und Fahrzeugausweis wurden lediglich zusätzlich zum Pass verlangt.

 

Um 15:30 ist der letzte von uns durch: Deutlich später als erwartet aber in Anbetracht der Sommerferien könnte es VIEL schlimmer sein. Trotzdem verbleiben uns von den 250km immernoch 200. Wie zerklüftet die Route bis dahin tatsächlich ist, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch keiner von uns.

 

Erste Priorität haben jedoch vorerst die Treibstoffreserven. An der ersten Lukoil Tanke nach der Grenze, werden sowohl Tanks als auch 20-40l pro Fahrzeug in Kanister gefüllt.

Im selben Atemzug wie die üblichen Räubergeschichten zu Ex-Jugoslawischen Tankstellen, wurde Lukoil und ihr Pendant Jukoil in Albanien, zusammen mit einigen anderen (z.B. ALPET) als Safe bewertet.

So we play it safe. Wir sind das erste mal hier und trotz, oder gerade WEGEN dem Internet, ist es schwierig abzuschätzen was uns hier Zapfsäulentechnisch in den nächsten beiden Wochen noch erwartet.

Die legendären AMC 4.0litre Brummer in den Cherokees dürften so ziemlich alles an Benzin schlucken, der 2.8er Euro-5 Commonrail Diesler im Wrangler not so much. 40 Liter saubere Dieselreserve geben mir soviel Reichweite, dass ich bis ins Nachbarland verträglichen Nachschub suchen gehen könnte^^. Zusätzlich kippe ich sowieso immernoch XBEE Dieselfitmacher mit rein. Man beachte, dass dieser jedoch 24h braucht um seine Wirkung zu entfalten.

 

BTT: Danach durchqueren wir Herzeg-Novi und fahren die malerische Bucht von Kotor entlang, bis es kurz nach Kostanjica links hoch ins Gebirge geht....

 

....was dem geröllheimerschen Kühler garnicht bekommt: Der Reihen-6er beschwert sich, bis wir das Gebirge welches uns von Nikšić trennt hinter uns lassen, 4 Mal mittels gelber leuchte. Die Motorhaube mittels Spannset aufzubocken bringt nur begrenzt Besserung. Bevor wir unser Ziel erreichen, halten wir jedoch trotzdem noch ein halbes Dutzend mal um den Motor abkühlen zu lassen und den ansonsten als unzerstörbar geltenden Reihen-6er nicht zu gefährden. Innert weniger Km von 0 auf 1000m über Meer bei 36°C ist einfach zu viel  für den ganz offensichtlich verhockten Kühler. Auch die 3 restlichen Ventis drehen fleissig während der Übung.

 

Von Nikšić aus kommen wir etwas besser voran. 100km verbleiben, 14km davon sollte die erste Piste unserer Reise sein. Auch die Temperatur beginnt auf unter 30 Grad zu fallen, was weniger Abkühlstopps bedeutet.

Bevor wir jedoch auf den Pistenanfang bei Dubljevići einfahren können, haben wir eine steile Abfahrt zum Pivsko See vor uns. Einmal mehr hält die Landschaft hier einige zeitfressende Überraschungen. Ein genauer Blick auf eine anständige Topo-Karte hätte hier Abhilfe geschafft, aber wir sind ja flexibel. Über eine kleine Brücke gelangen wir auf die andere Talseite und erklimmen den Berg, nochmals den den letzten Sonnenstrahlen des Tages entgegen.

 

Uns wird spätestens jetzt klar, dass wir unser Ziel nicht mehr bei Tageslicht erreichen werden und beschliessen, auf der vor uns liegenden Piste durch die Hochebene nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten.

 

Um 20:50 fahren wir schliesslich auf die angepeilte Piste. Als der Hügel überquert ist und sich die Ebene in der Dämmerung vor uns auftut, treffen wir auf 2 Locals, wohl Hirten aus der Gegend. Mit Händen und Füssen geben sie uns zu verstehen, dass ihnen das Feuerwasser ausgegangen ist. Wir helfen gerne aus bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Unterwegs finden wir jedoch keinen passenden Schlafplatz neben dem Trail. Die Felder sind voller Felsen, hohem Gras und bieten auch abgesehen davon nirgends eine geeignete Fläche. Die einbrechende Dunkelheit erledigt den Rest.

 

Noch bevor wir fündig werden, treffen wir auf einige Höfe und Teer, welcher uns erneut in ein Tal hinunter nach Boričje führt. Die Temperatur ist auf mittlerweile 1500m Höhe auf unter 20 Grad gefallen. Der Einzige der sich freut, ist der Kühler der Geröllheimers. 

 

Out of Daylight - Out of Options aber bester Stimmung beschliessen wir bis zum initial angepeilten See zu pushen. In nahezu kompletter Dunkelheit wühlt sich unser Konvoi von der Talsohle aus einen zugewachsenen und ausgefahrenen Geröllpfad hoch auf die benachbarte Ebene und erhaschen gerade noch einen letzten Blick auf das glühen des Abendrots über den westlichen Bergkämmenan der Grenze zu Bosnien. Ich hoffe wir kreuzen niemanden. Da alle UNTERzuckert aber ÜBERkoffeiniert sind, tönt es mit jedem Höhenmeter euphorischer aus dem Funk. Pitsch insbesondere freut sich seine Zusatzbeleuchtung endlich mal einsetzen zu können. Vorab die Untersetzung einzulegen wäre nicht das Dümmste gewesen...

 

Wir erreichen unser Ziel nach 22:00. Unterwegs haben wir einige kleinere Siedlungen, ein paar Feldhasen und auf dem letzten Stück im Wald eine Autopanne der unfreundlichen Art hinter uns gelassen.

Den kleinen See finden wir im Dunkeln nicht, ist wohl verdunstet. Dafür ein Bed and Breakfast mit Campingstelle, welches nicht auf der Satelitenkarte ersichtlich war.

Da ist aber weder Licht, noch sonst ein Zeichen von Leben. Da wir nicht wissen, ob wir uns eigentlich schon innerhalb der Grenzen des Durmitor Nationalparks befinden, dafür aber dass darin Wildcampen verboten ist, beschliessen wir den Ball flach zu halten. Kein weiteres Herumgeleuchte mit den Pfunzeln um den See zu lokalisieren und schon garnicht Richtung B&B fahren.

 

Wir stellen unser Camp stattdessen in der Kurve davor in einer grossen Ausbuchtung neben der Strasse auf. Zum Abendessen gibts Kartoffelchips zum ersten und Pasta zum Hauptgang. Danach folgt noch eine kleine Slibo-Degustation durch die heutige Supermarkt-Ausbeute um einige der Gemüter zu beruhigen: Denn direkt neben unseren Jeeps haben wir ein Warnschild wegen Bären gesehen, welches von da an das Thema Nummer eins ist. Für die einen mehr, für die anderen weniger ernst. Nicht zuletzt dieser Abend hat Pitschs Cherokee den Übernahmen "Bärserker" eingebracht :D

 

Was für ein Tag. Wir sind echt geschlissen aber gleichzeitig froh, endlich in unserem Zielgebiet angekommen zu sein. Ab hier soll Morgen das eigentliche Abenteuer beginnen. Wir sind im Indianerland angekommen.

 

 

 

.....weiter geht's in 1-2 Wochen mit Teil II, erhole mich bis dahin von dem ganzen Getippe in den Westalpen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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