2016-10 Westalpen-Kurztrip (F/IT)

Pisteninhalt: Petit-St. Bernard - Römerweg Lac du Mt. Cenis komplett - über Monte Jafferau

 

 

Tag 1, Montag 10.10.2016

POI: Chamonix

 

Die warme Saison neigte sich langsam aber sicher dem Ende zu. Dave & G wollten, bevor es endgültig so weit war, nochmals raus. Ziel: Ein Kurztripp in die See- und Westalpen bis zur Ligurischen Grenzkammstrasse (LGKS)

 

Am Nachmittag des 11.10.2016 beluden wir also den Wrangler und machten uns via Martigny und die malerische Forclaz Passstrasse auf nach Chamonix.

 

Ein cooler Wintersportort, der grad so gut „Little Britain“ heissen könnte weil‘s während der Wintermonate mehr Engländer als Locals dort hat. Man isst gut, die Übernachtungsmöglichkeiten sind schier endlos und bezahlbar, überall ist Sause und das Beste: Einen Sitz in der ersten Reihe für seine ganz persönliche Folge Geordie Shore :)

 

Nicht zuletzt darum hatten wir Chamonix als Ausgangspunkt für unseren Kurztrip gewählt, hatten wir hier doch schon das eine oder andere Mal eine gute Zeit gehabt.

Eine Unterkunft war schnell gefunden nachdem wir auf der Hinfahrt auf Booking-dot-com=>Booking-dot-yeah!!  bereits nach BnB‘s mit Parkmöglichkeit geschaut hatten. Erfahrungsgemäss lässt sich aber oft mal noch was drehen, wenn man vor Ort nach dem Preis fragt anstatt die App direkt zu benutzen, zum Benefit beider Parteien.

 

So sollte es auch diesmal sein. Die erste Adresse die wir angesteuert haben, war gleich ein Volltreffer. Zudem stand bereits ein aufgemotzter Defender OneTen und ein paar Touren-Motorräder davor.  Wir schienen also nicht die Einzigen zu sein, die noch was aus den letzten Tagen der Saison rauskitzeln wollten.

Nach etwas Feilschen war die Sache mit dem Zimmer geritzt und wir machten uns auf ins Restaurant Boccalatte um für Boden zu sorgen. Wir waren nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal da. Gute Atmosphäre, eine tolle Speisekarte und auch bei den Bieren für jeden Geschmack etwas dabei.

 

Danach ging‘s zurück ins Zentrum, wo wir die üblichen Orte abklapperten, nur um festzustellen, dass während der Shoulder-Season hier eher Zustände herrschen, die an eine Geisterstadt als an Zirkus Halligalli erinnern. Wir wurden aber dennoch fündig und der Abend nahm seinen Lauf…

 

 

 

Tag 2, Dienstag 11.10.2017

POI: Lac Du Mt Cenis - 2081m

 

Der nächste Morgen in Chamonix war ungefähr so dicht und benebelt wie die beiden Protagonisten am Vorabend. Winter schien plötzlich nicht mehr so fern wie auch schon, als wir durch die Gassen zu einer kleinen Bäckerei mit Café am Place de l’Eglise schlenderten um zu Frühstücken. Danach schnappten wir unser Zeug und fuhren schnell in den Supermarkt um unsere Fressbox noch etwas zu ergänzen bevor‘s losgeht.

Die Idee war unterm  Aiguille du Midi durch rüber ins Aosta-Tal und schliesslich über den kleinen St. Bernhard zu fahren. FÜNFUNDFIERZIG Eier für die paar Kilometer Mont Blanc Tunnel, WTF?!?!?! „Zeit ist Geld“ hat‘s selten so gut getroffen…

 

Der Kontrast hätte extremer kaum sein können: Neblig-verhangenes Pisswetter auf der Chamonix-Seite, welches allenfalls durch sauren Regen oder Meteoritenschauer NOCH beschissener hätte werden können…. 10 Minuten später auf der gegenüberliegenden Seite im Aosta-Tal ein Prachtswetter! Die einzigen Wolken waren die im Rückspiegel und die Kupferfarbene Morgensonne hatte noch ordentlich was an Bumms übrig.

Mit jedem Kilometer wurde die Szene im Tal idyllischer.

Schliesslich zogen wir rechts hoch und liessen, nach einem zu Beginn nicht enden wollenden Kurvenknäuel, die Baum- als auch die 0 Grad-Grenze hinter uns.

 

 Letzteres wurde uns spätestens bewusst, als unfern der Passhöhe der Tank vom Vorabend geleert werden wollte und wir das Fahrzeug verliessen.

 

Nach der Passhöhe zogen wir anstatt der Strasse zu folgen aber dann bald mal rechts auf eine staubige Schotterpiste.  Die Stelle war von einer Reko-Tour für den Swiss-G-Club im Juli noch im Gedächtnis eingebrannt. Damals war noch eine Bautafel davor gestanden, jetzt aber keine Schilder weit und breit... Also ab dafür. Gleich zu Beginn durch den Bach, der aufgrund Ende der Schneeschmelze wohl knapp noch Felgentiefe erreichte. Danach ging‘s einige Zeit auf gleicher Höhe bleibend  dem Berg entlang.

 

Eine kleine unbeabsichtigte Pause musste eingeschoben werden, als nach einer Kurve plötzlich ein Jauchelaster vor uns auftauchte und den schmalen Weg blockierte während er sich um seine Fracht erleichterte… Natürlich hatten wir keinen Rückenwind… Schotten Dicht! Landliebe-Alarmstufe Rot!

 

 "Aaaaahhh wie das stiiicht!" :O

 

Da uns nichts anderes übrig blieb, nutzten wir die Zeit zum Zwipfen und beobachteten das nicht enden Wollende „Spektakel“ vor uns bis das Pulver dann irgendwann verschossen war.

 

Weiter ging‘s auf der wenig anspruchsvollen aber Aussichtstechnisch schönen Schotterpiste. Das Grass der Hügel war entsprechend der Saison Goldgelb verfärbt, und der Himmel präsentierte sich bis auf ein paar der Dekoration dienende Wölkchen in sattestem Blau. Zumindest in der ersten Streckenhälfte.

 

 Wir folgten der Piste, ohne wirklich zu wissen wohin sie führt. Irgendwann würde sie wohl westlich der Abfahrt vom kleinen St. Bernhard im Isère Tal unten aufschlagen, wenn man den Offline Topokarten Glauben schenkte. Und so war es schliesslich auch.

 

Wir folgten dem Tal danach ostwärts in Richtung der Ortschaft Val d’Isère. Früher in den Sommermonaten ein Offroad Mekka unterhalb der Skilifte, welcher der Region ein stattliches Sümmchen einbrachte, hat der Wechsel in der politischen Windrichtung bzw. Idiotie auch hier seine Opfer gefordert.

Man sieht zwar noch das eine oder andere aufgemotzte Relikt aus dieser schönen Zeit am Strassenrand parken, aber einfach ins Office von  4x4Val d’Isère gegenüber dem Skilift schneien, Tagesmitgliedschaft gegen Entgeld lösen und die Ratrack-Pisten entlang den Hügel hochspulen geht nicht mehr. Vorbei die Zeiten, wie G sie damals als kleiner Knopf im Landrover Discovery oder Pinzgauer mit seinem Dad noch erleben durfte . Schade halt, schauen wir was die Zukunft bringt.

 

Stattdessen verbrachten wir nur die Mittagspause dort um uns im „Le Casserole“ zu verköstigen. Ob es nun in Anbetracht der geschlossenen 4x4 Piste inkonsequent ist, trotzdem noch Geld in die Ortskasse zu tragen, ist debattierbar. Ob diese Pfännchen im gleichnamigen Resto aber eine 11-Komma-Grausam auf der 10er Skala sind, definitiv nicht ;)

Mit vollen Bäuchen verliessen wir den Ort und schlängelten uns den die unzähligen Kurven wieder über die Baumgrenze hoch auf den Col d’Isèran. Bei Glatteiskonditionen möchte ich da definitiv nicht hoch müssen. Mangels Abschrankungen, verzeiht die nicht allzu grosszügig angelegte Teerstrasse hier keine Ausrutscher wenn man als Ziel nicht den direkten Weg wieder ins Tal hinunter hat.

 

Oben auf der Passhöhe 'nen kurzen Schnappschuss gemacht und gleich wieder weiter Richtung Tal runter.

 

Auf etwa halber Höhe haben wir jedoch nochmals kurz angehalten um ein altes Haus kurz zu inspizieren. Die Schilder warnen vor Hochspannung, also haben wir das sowieso abgesperrte EG ausgelassen und uns kurz im 1. Stock umgesehen. Naja, ausser einem Paar Bergschuhe, die wohl jemand vor einem ganzen Weilchen warum auch immer dort liegen gelassen hat und dem üblichen „verlassene-Bude-Ramsch“, war da nicht viel zu entdecken.

 

Einige Zeit später kamen wir im Tal unten an und folgten der Strasse in Südwestlicher Richtung parallel zum Fluss "Arc" bis nach Lanslebourgh. Dort angekommen, bogen wir ab und nahmen den Col du Mont Cenis in Angriff. Auf der Höhe angekommen, tut sich eine Hochebene mit einem ziemlich stattlichen Stausee auf, den Lac du Mont Cenis.

 

Bei schönem Wetter eine Augenweide, wir hatten jedoch nicht so viel Glück. Hier noch ein Vergleichsfoto von der Rekotour im Juli.

 

Direkt Am See gibt es zudem einen Stellplatz für Camper. Ob dieser auch Strom bietet, wissen wir jedoch nicht. Gut besucht schien er auf jeden fall. Es war schon späterer Nachmittag, als wir am See ankamen. Von der weiter oben genannten Rekotour im Juli hatten wir schon eine Idee für einen Platz, wo wir unser Nachtlager aufschlagen könnten. Doch dazu mussten wir zuerst auf einer Schotterpiste, die damals noch von den Römern als Versorgungsweg für das alte "Fort de la Variselle" auf dem Hügel am Südostufer des Stausees angelegt worden war, umfahren. Leider blieben uns die schönen Aussichten, die es im Juli noch zu bewundern gab, heute verwehrt als kurz nach Verlassen des Asphalts Nebel aufzog.

 

Entgegen der sonst eher autobahnmässigen Zustände auf den Schotterpisten der Westalpen und der LGK, scheint dieser Römerweg sein Gesicht konstant zu ändern. Infolge von Auswaschen durch Sturzbäche und Steinschlags, ist er an ein paar Stellen definitiv nichts für SUVs ohne genügende Bodenfreiheit.  Also den ML gescheiter der besseren Hälfte mitsamt Kreditkarte zuhause zum Einkaufen überlassen, kommt am Ende billiger ;)

 

Mindestens ein Rohrschachtest war seit Juli noch immer Zeuge, dass wer wohl ‚ne Ölwanne samt Inhalt auf der Piste gelassen hat.

 

Vorbei an zwei Tümpeln kommen wir an einen weiteren kleinen Stausee, dem Lago d' Arpon, und somit in Italien an. Zeichen aus den Weltkriegen sind noch immer sichtbar, den das V in der Mitte der alten Staumauer, ist nachträglich und kaum aus kosmetischen Gründen entstanden. Wir besichtigten die Mauer noch kurz, machten uns dann aber schnell auf die Suche nach einem Nachtlager, da der Nebel zeitweise in recht dichten Schwaden vorbeizog und der Tag innert der nächsten 90 Minuten wohl der Nacht weichen würde.

 

Wir nahmen eine unserer bisherigen Fahrtrichtung entgegengesetzte Abzweigung und fanden in Kürze den perfekten Ort,  ein Relativ offenes Plateau direkt am Gefälle dran. Bei schönem Wetter hat man hier Bomben-Aussicht auf die Lac du Mont Cenis Staumauer, und die Kämme der Westalpen bis in weite Ferne, wie wir noch feststellen sollten.

 

Eine günstige Stelle war schnell gefunden, und wir stellten unser zu diesem Zeitpunkt noch recht improvisiertes Camp auf.

 

Ein Tarp welches L-Förmig am Heck des Wranglers befestigt wurde, so dass wir bei Regen geschützt Kochen und Essen könnten.

Tisch und Assi-Festival-Stühle sowie unser Exped Venus II Zelt, welches sich bereits im Kanadischen Nirgendwo bestens bewährt hatte, wurden aufgestellt.

 

Das restliche Tageslicht nutzten wir um eine anständige Feuerstelle zu bauen und natürlich ordentlich Holz herbeizuschaffen, versprach die Nacht hier auf rund 2000müm doch kalt zu werden. Dave und sein Handsägenfetisch taten ihr Schlimmstes und innert kürzester Zeit hatten wir ein beachtliches Holzlager und ein gemütliches Feuer züngelte aus dem Steinkreis Hervor.

 

So liessen wir bei Apéro, Raclette Broten und Wein den Tag ausklingen und genossen die Ruhe. Wie immer war letzterer viel zu schnell alle und ich machte eine mentale Notiz, morgen im Susa-Tal unten Nachschub zu besorgen.

 

 

 

Tag 3, Mittwoch 12.10.2016

POI: Monte Jafferau, 2805m

Wie immer war Dave am nächsten Tag viel zu früh wach, und so waren wir dann beide schon zeitig auf den Beinen, wiederbelebten schleunigst unser Feuer und gönnten uns ein schnelles Frühstück. Die erste Überraschung des Tages war der Sonnenaufgang. Was für ein Schauspiel. Der Nebel hatte sich verzogen und wir beobachteten gebannt das Schauspiel am östlichen Horizont.

 

Wenig später fuhren wir los, schliesslich standen mit der Route Bardonecchia - Monte Jafferau - Limone Piemonte eine Menge Kilometer und gleichzeitig viel Sehenswertes auf dem Programm. Also fuhren wir durch den Wald den Rest der Piste hinab bis wir wieder auf die geteerte Passtrasse trafen und ins Tal hinunter, in die Ortschaft Susa.

 

Erwähnenswert ist hierbei noch, dass der Reifendruck aufgrund der Kälte auf unter 2 Bar gefallen ist und wir nach wenigen hundert Metern gleich mal von einer gelben Lampe und Piepston auf dem Dashboard begrüsst wurden. Welches Grossgenie diese Idee wohl beigesteuert haben mag... Schwellwert von 2 Bar bei einem Offroader setzen... Zwischenzeitlich haben wir vernommen, dass die verantwortliche Person identifiziert und ihr die zu diesem Zeitpunkt verbleibenden 5 Gramm Gehirnmasse ebenfalls noch entnommen wurden. Sie sei dennoch wohl auf und man sagt, sie arbeite noch irgendwo auf einem Strassenverkehrsamt...

 

Wie es der Zufall so wollte, landeten wir im Aldi in Susa um Fusel zu besorgen. Der "Frizante Rubicone" für 1.49 pro Pulle, wurde selbstverständlich ausschliesslich aufgrund seiner fabelhaften Rezensionen und edlen Qualität von uns ausgewählt :D

Der noch grössere Zufall war, dass sie gerade eine Aktion für Autozubehör laufen hatten! Und so eliminierten wir das lästige Dashboard Gepiepse und Geblinke anstatt an der nächsten Tanke noch gleich draussen auf dem Parkplatz mit unserem nagelneuen, ebenfalls vor Qualität und Langlebigkeit strotzenden, Binford-8000 12V Lotterkompressor: 17.99 unverbindliche Preisempfehlung, verwetten sie bloss nicht ihr Leben drauf :D

 

Nun in Italien, unternahmen wir alles um nicht aufzufallen :) "Bapedibupi??"

 

 

 

Von Susa gings mit der Kombination Autobahn-Bleifuss auf schnellstem Weg Richtung Bardonecchia und somit den Monte Jafferau hoch. Ein Klassiker unter den Westalpen Pisten. Gespickt mit Weltkriegsforts und dem höchsten Punkt auf rund 2800müm.

Die erste Überraschung folgte schon sowie wir den Anfang der Schotterpiste erreichten:

 

Wer hat hier tonnenweise Kokain auf der Piste verstreut?!?! Ca. 2/3 der Piste bis zum Forte Jafferau auf 2800müm waren mit rund 5cm verwehtem Schnee bedeckt wie sich rausstellen sollte. Anfangs etwas skeptisch und da wir nur in einem Fahrzeug unterwegs waren, liessen wir's langsam und vorsichtig angehen. In der Untersetzung und mit 2 gesperrten Differentialen (=massive Overkill?) wollten sich die erwarteten Schwierigkeiten aber einfach nicht materialisieren... :)

Während im Juli ohne Schnee an zwei Stellen mit den Mercedes G's und gesperrter HA noch beherzt auf Gas getreten wurde, schlängelten wir uns wie ein Zug langsam aber stetig den Berg hoch, bis wir schliesslich den Gipfel erreicht hatten. Irgendwie war das schwieriger in Erinnerung.

 

 

Wir vertraten uns also die Beine und besichtigten das Forte Jafferau. Dieses hatten wir für uns alleine, denn unsere Reifenspuren auf der Westseite waren die ersten im Schnee und auf der Ostseite war dieser noch jungfräulich. Als Freeride Snowboarder mal mit einem Jeep eine "First Line" von einem Hügel herunter zuziehen, hätten wir uns auch nicht erträumen lassen. Im Gegensatz zum gestrigen Nachmittag, war uns Petrus wohlgesinnt und belohnte uns und unseren Schlitten mit einer Aussicht und Farbkontrasten, dass es fast schon kitschig war.

 

Nach einiger Zeit machten wir uns an den Abstieg um die ein paar hundert Meter unterhalb liegende Ruine zu inspizieren. Während das oben auf dem Hügel offensichtlich eine Artilleriestellung  war, wovon die Grundplatten mit den Richtwerten immer noch erhalten sind, diente der untere Teil als Unterkunft und Nachschubspunkt für die Truppe.

 

So schön die Aussicht auch war, sobald man im Schatten stand, wurde es bitter kalt. Das leben hier oben muss auch ohne die Schrecken des Kriege schon sehr hart gewesen sein. Es heisst die Kombination aus beidem führte dazu, dass ein Gebirgssoldat am Ende des zweiten Weltkriegs durchschnittlich noch knapp unter 50 Kilo auf die Wage brachte... Von hier aus machten wir uns weiter an den Abstieg und liessen den Schnee am Südhang des Jafferaus bald hinter uns.

 

Nach vielen Serpentinen, kamen wir zur letzten befestigten Installation des Bergs, auch diese nicht selten in Overlander Bildergalerien zu sehen: Fort Foens

Auf dem Flachdach der Installation, welche entweder als Gefängnis (sinnfrei hier oben?) oder wahrscheinlicher als zusätzliche Truppenunterkunft gedient haben muss, kochten wir uns Pasta zu Mittag, liessen die Füsse von der Kante des Flachdachs baumeln und genossen noch einmal die anmutige Aussicht.

 

 

Mit dem Fernglas, ist im Osten noch deutlich der Tunneleingang der alten Militärstrasse zu sehen. Dieser wurde jedoch vor noch nicht allzu langer Zeit wegen Einsturzgefahr gesperrt. Auch physisch, mit Gesteinsbrocken welche nicht ohne Weiteres zu bewegen sind.

 

Wie auch schon das Forte Jafferau, ist der Innenteil der Anlage leider ziemlich zugemüllt.Wer auch immer hier oben diesen Saustall mit Gelagen veranstaltet hat, scheint unter Schizophrenie zu leiden: Anders kann ich mir nicht erklären, wie man die Natur und solch geschichtsträchtige Bauwerke so respektlos zumüllen und dann die Wände mit netten Aufschriften wie "Offroad Schweine go home" vollsauen kann. Wir lehnen uns mit der Behauptung, hier wohl den wesentlich kleineren Fussabdruck der beiden Besuchergruppen zu hinterlassen, wohl nicht besonders weit aus dem Fenster... "Lasst euch mal die Haare schneiden ihr Hippies" :D

 

Nachdem wir den Abwasch besorgt, all unseren Müll wieder eingepackt und die durch eine versehentlich aufgesprungene Kaffeeweiss-Dose komplett panierte Futterbox samt Inhalt wieder "entpaniert" hatten, machten wir uns an den Abstieg.

 

Ca. die Hälfte davon ist bewaldet und mit dem schönsten Teil im Rückspiegel und wenig fahrerischen Anspruchs, zieht sie sich stellenweise fast endlos hin bis man sich dann doch plötzlich wieder, in Gleis, im Talboden unten wiederfindet.

 

An dieser Stelle geht unser Beitrag leider bereits dem Ende zu.

Wir wollten am Folgetag noch, ausgehend von Limone Piemonte, ein Stück der berühmten Ligurischen Grenzkammstrasse (LGKS) bei Tende fahren. Da diese doch ein paar Stunden Fahrt weiter südlich liegt, hofften wir darauf, dass es dort Schnee-technisch besser aussieht. Gegen Abend in Limone angekommen, konnten wir mittels Fernglas aber bereits vom Ausgangspunkt aus das Gegenteil feststellen.

 

Der Jafferau ist eine vergleichsweise kleine Tour und bereits da hatten wir eine potentiell heikle Stelle, die aufgrund des Gefälles und nicht vorhandener Schneeketten hätte ins Auge gehen können.

Wir hatten schlichtweg noch nicht mit Schnee gerechnet, und dieses Versäumnis holte uns nun ein. Die Shoulder Season erledigte den Rest. Der grösste Teil der Hotels, Kaffees und Geschäfte war dicht, was zum generellen Geisterstadt Feeling perfekt passte. Ohne Garantie für den Folgetag noch eine fahrbare bekannte Piste in der Umgebung zu finden, war die Rechnung simpel: Es ist bald 18:00, bis nach Hause sind es an die 600km. Einen Tank Diesel später, kamen wir somit kurz vor Mitternacht zuhause an ;)

 

Wir nehmen 2 Sachen mit: 1. Man beachte den Wetterfrosch und 2. da geht noch viel mehr in der Gegend, wir werden sicher wieder kommen. Auch wenn die Westalpen fahrerisch nicht gerade anspruchsvoll sind, so sind sie schnell zu erreichen und die Landschaft sucht zweifelsohne ihresgleichen.

 

Persönlich merke ich während dem Schreiben gerade, wie viele Schlüsselstellen wir nicht Fotografiert haben, die den Eintrag noch prima ergänzt hätten. Aber hey, anfangen muss jeder mal. Wir geloben somit Besserung und hoffen ihr hattet Spass beim Lesen.

 

Have fun out there,

G

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

© 2017 by  4X4EVERFREE.org Proudly created with Wix.com