2017-04: Ostern in Istrien (HRV)

​Aus in der Frühlingssonne beim Insel-hopping in der Kvarner Bucht die Seele baumeln lassen, wird Trophystimmung bei Dauerregen im Ucka Gebirge.

 

 

Diesmal mit dabei: G im Jeep Wrangler & Dävu im Mercedes G-Wagen

 

Unser Ostertripp ist eigentlich relativ schnell umrissen: 


Ziel ist es auf der kroatischen Insel Krk einen geeigneten Campingplatz zu finden und vorzugsweise noch eine legale Schotterpiste die dahin führt. 
Im Juli werden wir auf dem Weg nach Montenegro und Albanien die erste Nacht dort verbringen und aufgrund der relativ langen Strecke im Urlaubsverkehr kaum noch Energie für Try-and-Error haben. Was für ein toller Vorwand für einen kleinen Oster-Roadtrip :)

 

Den Rest des auf 5 Tage in-Country verlängerten Osterwochendes wollen wir damit verbringen, noch ein paar Trails aus DEM alten (=2013) "Offroad-Spezial Kroatien" auszuchecken. Dasselbe auf der Nachbarinsel CRES und im Ucka-Gebirge an der kroatisch-slowenischen Grenze entlang. Zum Abschluss solls dann nach Poreç gehen, um an der Westküste Riesenhummer essen zu gehen. 

 

Ich bin zwar nicht gerade ein Liebhaber von Campingplätzen, aber da Wildcampen in Kroatien weder geduldet noch günstig ist wenn man das 11. Gebot missachtet, ist's halt für diesen Ausflug nunmal so. Dafür freue ich mich jetzt schon auf sonniges Wetter am Strand, die kroatische Gastfreundlichkeit und Küche, und hoffentlich den einen oder anderen interessanten Trail!

 

Die eingezeichneten Trails dienen lediglich der Veranschaulichung und sind (bewusst) nicht 100%ig exakt eingezeichnet.

 


Wir schreiben den 12.04.2017, 00:35 CET. Ich war arbeiten, im Fitness, beim Frisör, dem Garagisten und meinen Eltern. Der Jeep ist nun auch bepackt und vollgetankt und die Wohnung einigermassen in Ordnung resp. das Chaos erreicht maximal noch ne 4,4 auf der Richter-Skala. Somit alles erledigt. 

Kurz überlege ich, ob ich mich überhaupt noch schlafen legen soll, stelle 3 Wecker und lege mich hin.

 


TAG 1, Mittwoch 12.04.2017, POI: Insel Crés, Kroatien

 

02:45: Ich glaube geschlafen zu haben als Wecker Nummer 3 losdröhnt. Den ersten hab ich nicht gehört und den 2. wohl mal wieder blindlings abgestellt. Gegen das Programm von Radio Argovia aus dem Radiowecker beim Schlafzimmer-Eingang ist jedoch kein Kraut gewachsen.
Nach einer kalten Dusche schnappe ich mir noch die letzten Sachen aus dem Kühlschrank, stecke den Laptop in seine Reisetasche und verlasse die Garage schliesslich gegen 03:15.

 

 

Kurz nach halb 4 treffe ich bei Kollege Dävu Zuhause ein ohne unterwegs mehr als eine Hand voll Autos angetroffen zu haben. Das Licht ist schon an und wie es aussieht, werden gerade noch die letzten Sachen in seinen 300er G geladen.

Die Begrüssung fällt der Uhrzeit entsprechend "euphorisch" aus.

 

 Nach einer CB Verbindungskontrolle setzen wir uns kurz nach 04:00 dann Richtung Gotthard in Bewegung.

 

Durch verschlafene Dörfer bewegen wir uns im orangen Schein der Strassenlampen langsam durchs Seeland auf die Autobahn Richtung Innerschweiz zu. Auch dort ist noch nicht allzu viel los. Die Fahrt bis zum Gotthardmassiv verläuft, bis auf ein paar Verkehrsteilnehmer, die scheinbar hinterm Steuer noch fertig schlafen wollten, ereignislos. 

 

 

06:30: Etwas später als ursprünglich geplant spuckt uns der 32°C warme Gotthardtunnel an dessen Südende wieder aus und wir beschliessen zu frühstücken.

 

Auf der Raststätte Quinto erwarten uns bereits Tell und Walter. Der „I feel Vaterland“-Moment wird aber sofort wieder zu Nichte gemacht: Wie es scheint waren Junkers Schergen schon vor uns da und haben unseren Freiheitskämpfer um seine Armbrust erleichtert… Zeichen der Zeit wie man glauben könnte. ( pssst... www.finger-weg.ch

 

 Wir bedienen uns am Buffet der Raststätte: O-Saft, Brötchen und Nutella Combo für mich, für Dävu Eier mit Speck. Nachdem wir uns beide noch einen Kaffee genehmigt haben, machen wir uns wieder auf den Weg.

Kurz vor der italienischen Grenze fahren wir dann erneut ab um unsere Kisten nochmals mit Diesel zu betanken. Danach heisst es „auf ins Vergnügen“.

Wir erreichen Milano werktags ebenfalls später als geplant, kurz vor 09:30. 

 

 Auch nachdem wir das „Stop ´n Go“-Chaos hinter uns gelassen haben, will sich die Entspannung dennoch nicht so richtig einstellen.

Während einige das Fahren auf italienischen Autobahnen als angenehm und flüssig beschreiben, finde ich nur folgende Worte dafür:  Eine motorisierte Kneipenschlägerei, angezettelt und geführt von zahlreichen Individuen, die bestenfalls einen Zweitakter als Gehirn verbaut bekommen haben und sich entsprechend schwer damit tun, weiter als ein Auto vorauszudenken. Zudem scheinen in Italien zugelassene Fahrzeuge nach wie vor über keine Blinker zu verfügen… Man ist geneigt "R" für "Raketenwerfer" zu drücken...

 

 

11:45: Nhuu, nach Venedig normalisiert sich die Situation allmählich und sowas wie Ruhe kehrt ein. Leider auch am Funk. Während Dävu bei mir noch relativ klar reinkommt, komme ich im G nicht mehr an. Untoll…. Bei einem schnellen Happen und Kaffee Nummer 37 ausserhalb einer Raststätte um Padova versuchen wir vergeblich das Problem zu lösen. Für den Moment würden es meine Antworten in Form von Blinksignalen tun müssen.

 

Wir halten auf Triest zu und nähern uns nun schnell der dahinter liegenden Grenze nach Slowenien. Beim Versuch etwas Zeit aufzuholen fangen unsere Tanknadeln aber bei 15.6l/100km an einen Synchrontanz um das untere Ende der Füllstand-Skala herum aufzuführen.

Entgegen unseres Plans erst in Slowenien zu tanken, schieben wir nochmals nen kurzen Stopp im Autogrill Duino-Süd ein und kippen für 20€ nochmals 11 Liter Diesel nach um auf der sicheren Seite zu sein. Ebenfalls schrubben wir die Frontscheiben von den beinahe Gettysburg-ähnlichen Zuständen frei, damit wir auch wieder was sehen.

14:30: Irgendetwas ist anders. Auf der kurvenreichen Fahrt hinunter nach Triest fällt mir erstmals auf, dass sich die Flora gewandelt hat. Entweder haben wir hier so eine Art Klimazonengrenze oder ich war zu dem Zeitpunkt so übermüdet, dass ich erst jetzt mit abnehmendem Tempo gerafft habe, was abseits der Bahn abgeht.
20 Minuten später passieren wir die Slowenische Grenze und Fahren rechts ran um uns die 7 Tage Vignette zu kaufen (Nur Bares ist Wahres hier, dafür so ziemlich alles Bare weil das kleine Häusschen auch noch als Geldwechselstube doppelt).

 

 

Meine Stimmung hebt sich allmählich wieder, die Krise scheint überwunden. spätestens als der Wrangler mehr oder weniger feierlich einen weiteren Ländersticker verpasst kriegt und ich realisiere, dass ich zur Rechten vorher zum ersten Mal auf dieser Reise das Meer erblickt habe. Von nun an heisst es Überlandstrasse bis nach Brestova, knapp 100km verbleibend bis zum Fährhafen.


Das wäre bis auf 2 Hiccups auch fast gut gegangen. Zum Ersten wurde es gleich an der  ersten Tanke kurz etwas laut. Scheinbar konnte es einer Dame Mitte 50 nicht schnell genug gehen, bis unsere Wagen endlich vollgetankt und sie an der Reihe war. In Anbetracht dessen, dass sie zuvor wohl 5-10 mal so viel Zeit damit vergeudet hatte unter Zuhilfenahme einer Airbrush-Pistole die zahlreichen Schminkschichten aufzutragen, wurde ihr entsprechend die Zündung eingestellt.

 

Danach geht es bei sonnigen 23°, mit offenen Scheiben und begleitet durch Frank Foster auf den malerischen Überlandstrassen Istriens der Kvarner  Bucht entgegen. Zu unserer linken trohnt die Ucka-Bergkette. Mir fällt auf, wieviele Tempolimitschilder es hier gibt, dem Anschein nach alle brandneu. 50-40-40-80-50-30-80-40 usw. ca jeden halben Kilometer aufs neue. Auch überland ist gerne mal 40 selbst wenn die Strasse so breit ist, dass sich locker noch zwei Mähdrescher mit montiertem Balken kreuzen könnten :) Der Wohlstand scheint ausgebrochen, die Protektionisten sind auf dem Vormasrsch.

 

Der Fahrer des Kleinlasters, welcher bis kurz vor die kroatische Grenze noch vor uns ist, wäre hierzulande wohl schon längst als Ökoterrorist verurteilt und weggesperrt worden. Wir kommen ansonsten  relativgut voran, verpassen dann aber die „nicht ganz schlüssig als solche erkennbare“ Abfahrt bei Vranja und sind somit dazu genötigt einen Umweg über die Grossstadt Rijeka zu nehmen.

 

Insofern machen wir aber das Beste draus, als  dass wir die sich uns hier bietende Chance unsere Funkprobleme zu lösen wahr nehmen.

Nachdem der erste grössere Supermarkt nicht viel mehr als explodierende Bierdosen und Suchtmittel in Form von Peanutbutter-gefüllten Salzstangen zu Tage gefördert hatte, versorgt uns Kollege Google mit den Koordinaten des nächstgelegenen Epsilon Elektronikfachgeschäfts, wo wir für 700 Kuna ein paar Motorola TKLR T-80 PMR Funkis erstehen. Quite Gucci!

 

 

17:00: Wie doch die Zeit verflogen ist. Da ich den Fährenfahrplan nicht weiter studiert habe als bis zu den Betriebstagen hinsichtlich dem Osterwochenende, halten wir uns nicht weiter mit Bedienanleitungen etc zu den Funkis auf. 
Wir sind schliesslich Männer und diese Beipackzettel beinhalten sowieso nur die Meinung des Herstellers wie man sein Produkt zu verwenden könnte... AAA Batterien rein, aufdrehen, Test-Test-Test-AOK! und ab dafür.

 

17:40 Nachdem wir uns den lokalen Gewohnheiten hinsichtlich der Interpretation der Verkehrsschilder, wo sinnvoll, angepasst haben, erreichen wir nach ca 30km auf der schönen Küstenstrasse den Abzweiger zum Fährhafen Brestova. Über eine steile Serpentinenstrasse nähern wir uns der Fähre… welche uns sogleich vor der Nase wegfährt. Ca. eine halbe Stunde später fährt jedoch die nächste, no Problem.

 

Ich nutze die Zeit und Europa-Inklusivdaten meines Handyabos um den Standort zweier am Fährhafen angepriesener Campings zu verifizieren und die gefährlich schnell süchtig machenden Peanutbutter-Salzsticks wieder Dävu unterzujubeln.

 

Das hilfreiche Hafenpersonal versichert mir zudem, dass für Morgen Donnerstag an die 10 Fahrten zwischen Merag bei Cres und Krk hin und her schippern werden. Alles paletti. Nach und nach gesellen sich noch einige weitere Fahrzeuge in die Schlange hinter uns, darunter auch ein LR Defender mit Hyperaerodynamischem Campershell-Aufbau. Der elegant geschwungene Aufbau, unter dem der Defender schon fast zu verschwinden droht, ist entsprechend der Jahreszeit grosszügig mit den vertrockneten Überresten des flugfähigen Teils der hiesigen Fauna übersät und erinnert mich irgendwie an Stracciatella-Eis... Ist halt schon ne weile her seit der letzten Tasse Kaffee....

 

 

Naja, immerhin kann nicht jeder eine geländegängige Eistüte sein eigen nennen, jedem wie es ihm beliebt...
Ich beschliesse daher zumindest Punkte für Kuriosität der Kombination Auto-Aufbau zu vergeben und mir bei Gelegenheit mal wieder ein Stracciatella-Eis zu gönnen, als das Nebelhorn der ankommenden Fähre ertönt. 

Der Fähre chinesischen Fabrikats spukt kurz und effizient ein halbes Dutzend Autos und einige Gruppen Pfadfinder aufs mal aus und die Jungs vom Hafen signalisieren uns sogleich zum boarden und parallel zu einander die Pole-Position für die Ausfahrt einzunehmen. Awesome wie sich herausstellen sollte! 

 

Die Überfahrt dauert rund 20 Minuten. Wir nutzen sie um ein paar Bilder zu knipsen und uns ein chinesisches Pissoir aus der Nähe anzusehen. Soviel sei verraten: Das Funktionsprinzip ist mit den unseren identisch :)

 

 

20 Minuten später beginnt für mich das absolute Highlight des Tages. Ich war doch schon auf ein paar Autofähren, aber diese war die erste, welche nicht D-Day mässig zuerst andockte und dann erst die Rampe öffnete, sondern den Vorgang quasi als einzige flüssige Bewegung ausführte.

Wir stehen also zusammen mit einem Motorrad in der vordersten Reihe, sehen das Dock bereits aus 100m Entfernung auf uns zukommen und werden auch sogleich von der Leine gelassen als wir es erreicht haben, „Cry havoc...“.  

 

Die Dämmerung setzt gerade ein. Zu meiner Rechten den Blick aufs Meer, zur Linken die Felsen der Insel CRES, welche durch den grandiosen Sonnenuntergang in eine  Mischung aus Rot und Lila getaucht werden. Die Kombination aus allem (inkl. Müdigkeit), was für eine Stimmung, unmöglich in Worte zu fassen.

 

 Nach einigen Kilometern wird die Strasse zwischenzeitlich gut ausgebaut und verbreitert sich von anderthalb auf zweienhalb Spuren. Wir halten uns an die "MPH-Beschilderung", verlangsamen jedoch bald wieder, als sie erneut enger und unübersichtlicher wird. Vor dem Abzweiger zum Camp Kovacine neben der gleichnamigen Haupt"stadt" Cres, treffen wir noch ein Schaf und eine schwarze Katze auf der Strasse an, letztere sichtlich unbeeindruckt vom Verkehr.

 

 

 

20:00 ist nicht mehr allzu weit entfernt und es ist schon Dunkel, als wir am Eingang des Camps ankommen. Wir lassen unsere Untersätze kurz stehen um an der Reception die übliche „Howdy-hätten-Sie-noch-Platz-für- uns?“-Routine durchzuspielen.
Nachdem wir uns versichert haben, welche Teile des Camps den Nackedeis vorbehalten sind und welche nicht, suchen wir uns eine grosszügige Parzelle. „Ich gebe ihnen die Nr 3 aber wir haben Platz, übernachten sie wo sie wollen“.
Nachdem wir den Instruktionen der Rezeptionistin Folge geleistet und unser Camp bezogen resp. Tarp zwischen den Wagen gespannt haben, machen wir uns halbverhungert auf Richtung Camprestaurant.


Um 20:50 walzen wir, heruntergehurt wie Pattons dritte Armee, in die sauber rausgepützelte Lobby und erkundigen uns danach, ob wir evt. noch was aus der Küche kriegen könnten, welche eigentlich um 21:00 schliesst. Die kroatische Gastfreundlichkeit trug hierbei in ihrer unkomplizierten Art etwas gar dick auf. „Kein Problem. Gemischter Salat, Fleischplatte und Ozujsko für die Herren?“. Hundert Punkte mein Freund,! Als trügen wir ein Schild um den Hals auf dem genau das steht. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass der Brotkorb um 21:10 noch warm war oder?

 

 

Gegen 22:00 sind wir, nicht zu viel, nicht zu wenig - perfekt verköstigt, zurück bei unseren starrachsigen Lieblingen.

Dävu legt sich schlafen. Ich bin sowas von übern Schlaf hinaus... Stattdessen setze ich mich in den Campingstuhl, schnappe mir ein "berry nices" Sommersby Beerencider, welches ich im Supermarkt in Rijeka erbeutet hatte, aus der Kühlbox und tippe noch etwas Reisetagebuch bis die Müdigkeit gegen 00:35 dann doch noch die Überhand gewinnt.

 

"Der Himmel ist blau, das Wasser ist nass, und der alte Satan-Clause ist wieder unterwegs" :)

 

TAG 2, Donnerstag 13.04.2017, POI: Insel Crés, Kroatien

 

Ich wache gegen 07:00 auf. Es war unerwartet frisch in der Nacht und die Sonne lässt derzeit noch auf sich warten. Der Carinthia Tropenschlafsack war evt. etwas hoch gepokert. Der Himmel ist noch etwas verhangen. Unser Nachbar scheinbar auch. Zumindest scheint er seinen Augen nicht zu trauen, als er rüber guckt und sieht, dass wir einfach auf dem Boden zwischen den Autos geschlafen haben.

 

 

Die Bäckerei auf dem Camp Plan ist leider Saisonbedingt geschlossen, also gibt es zum Frühstück Spaghetti Carbonara aus dem Beutel. Unorthodox aber überraschend lecker!

 

 

Und dazu Kaffee damit's zumindest halbwegs den Anschein nach Frühstück macht :)


Danach gilt es die Camspeicher zu leeren und die Daten auf den Läbi zu übertragen. Da dies einige Zeit in Anspruch nimmt und die Batterie nicht mehr die jüngste ist, verschieben wir erneut Richtung Resto um dort nebenan Strom zu schmarotzen. Der Camping macht auch bei Tag einen tollen Eindruck.

 

 Ist jedoch gerade geschlossen weil das Floor-and-Window-Management gerade am Putzen ist. Nebenan finden wir aber eine Steckdose und entdecken dabei, dass das Camp noch über einen kleinen Lebensmittel Laden verfügt, der geöffnet hat. Nun haben wir zumindest ein leckeres Kürbiskernenbrot fürs morgige Frühstück.

 

10:00: Vor dem Auschecken schauen wir uns den Camping noch kurz an und entsorgen unseren Müll in den dafür vorgesehenen Recycling-Tonnen.
Für einen Campingplatz eine echte Augenweide. Er befindet sich direkt am Meer in mitten eines Olivenhains und ist in etwa so sauber und aufgeräumt, das man zur Saison die Oliven wohl vom Boden essen könnte.

Danach gehts endlich los.

 

 

Wir fahren einen Grossteil der Strecke zum Fährhafen Porozina zurück und erwischen den Abzweiger auf die Schotterpiste nach Beli zumindest auf den zweiten Versuch. Man beachte die zeitweise Verzögerung aufm Tablet-Navi... You live and you learn.
Nach ein paar hundert Metern, auf denen sich die neuen Astabweiser des Wranglers bereits amortisiert haben, steht als erstes mal Luft ablassen auf dem Programm. Wir benutzen dazu den Manometer unseres italienischen Lidl-Kompressors, der um läppische 0.5 bar von der Realität abweicht... Beschliessen dann aber es dabei bewenden zu lassen und mit 2.5 anstatt den angepeilten 2 Bar Reifendruck weiterzufahren.

 

Der Unterschied ist dennoch deutlich spürbar. Ich rutsche in den Kurven merklich weniger über den Schotter als zuvor und werde etwas weniger durchgeschüttelt.
Das Serienfahrwerk des Rubicons gibt mir hier sehr direkt zu verstehen, dass es nicht für grosse Zuladung gedacht ist. An einigen etwas steileren und ausgefahrenen Stellen verlangsamen wir, ansonsten ist die grösstenteils gut einsehbare Strecke zügig befahrbar.

 


Die Route ist grob geschottert, an vereinzelten Stellen etwas ausgefahren und mit grösseren Steinen und Mauern aus solchen gesäumt, so dass man seine Flanken bei der Routenwahl zwischen den Weiden etwas im Hinterkopf behalten sollte.
Ebenso sehen wir das eine oder andere Grüppchen Schafe am Weiden.

 

Den Gänsegeier, der hier heimisch sein soll und dem Trail im Heft damals den Titel "Im Reich des Gänsegeiers" verschafft hat, bekommen wir leider nicht zu sehen. Aber ich habe auch nicht erwartet dass der sich für uns extra mitten auf den Weg hockt und winkt ;)

 

Der Trail verläuft zuerst durch den Wald, vorbei an ein paar solarbetriebenen Kommunikationseinrichtungen, öffnet sich dann im mittleren Teil vorzu und erlaubt einem sogar den einen oder anderen Blick auf die Berg"spitze" als auch auf die kvarner Bucht in der Entfernung. Genau so habe ich mir das vorgestellt.

Die zweite Hälfte des Trails beginnt mir der Einfahrt in einen Nadelwald und einem kleinen Anstieg.
Wir kommen an einer kleinen Siedlung mit viel Altmetall drum herum vorbei, nicht sicher ob da noch wer haust.

Nach dem Passieren ebenfalls grösstenteils ungenutzten Campingwiese auf einer grossen Lichtung, treffen wir nach ca 8-10km Trail leider viel zu früh wieder auf Asphalt.

 

Ein schöner Appetizer nach hunderten Kilometern auf Asphalt gestern war dieser erste Trail allemal :) 

Wir biegen links ab und folgen der Küstenstrasse einige Kilometer mit dem Ziel uns das kleine Küstendorf Beli anzusehen, welches hierhier noch in der Distanz. auf dem Hügel tront.

 

Naja sooo viel ist da nicht. Enge Gassen zwischen den ursprünglichen Häuschen, auf dem Dorfplatz eine kleine Kapelle und daneben ein paar Schafe am durchlaufkompostieren auf einer Terrasse. Neben der grandiosen Aussicht auf die Nachbarinsel Krk herüber, besteht das Highlight aus einem grünen Opel Passat am Eingangstor der sprichwörtlich aus dem letzten Loch pfeift. Wer weiss, vielleicht haben wir hier Dave's Export-Krassat wiedergesehen.

 

11:45: Es ist nun Mittagszeit und wir geben den Versuch, hier noch wo einzukehren, noch nicht auf. Rechterhand über der Dorfausfahrt befindet sich das scheinbar einzige als solches erkennbare Resto, das Tramontana.

Wir fahren etwas weiter hoch und stellen die Fhz am Strassenrand ab. Direkt vor uns ein Nissan (Xterra? Navarra?) Singlecab Pickup und ein ebenso sichtbar in die Jahre gekommener Cherokee XJ (pre-facelift).

 

 

Auch beim Menü gibts wird uns nicht viel Wahl gelassen. Ist auch nicht nötig. Wir gehen erneut mit den Vorschlägen des Besitzers. 

Frisches Seafood vom Grill ist hier Programm: Goil! Uns wird grosszügig zuerst gegrillter Tintenfischsalat, Brot frisch aus dem Ofen und danach eine gemischte Platte (Hecht & Kopffüsser zu Kartoffelsalat) aufgetischt. Fisch und Kopffüssler stammen definitiv nicht von Verleihnix, frisch und lecker!

 

 

 

Danach machen wir uns auf dem Panoramaweg, mit Sicht auf die etwas flachere Nachbarinsel Krk, auf den Rückweg nach Cres um uns das zuvor grösser eingeschätzte Städtchen anzusehen, evt noch das Eine oder Andere Zuhause gebliebene zu besorgen und unsere Kunareserven aufzutoppen.

 

Aufgrund der Jahreszeit ist hier aber grösstenteils Geisterstunde angesagt. Die meisten Geschäfte und Cafés sind geschlossen, man trifft nur ein paar wenige Leute an. So beschliessen wir unsere Suche auf die Krk zu verschieben und stattdessen Trail 2 & 3 in Angriff zu nehmen. Zu erwähnen sind aber vorher sicherlich noch das Ex-Jugoslavische Klischégefährt, bei dem die Kolben bereits direkt an die Decke zu hämmern schienen, und der schicke Landrover Pickup der lokalen Feuerwehr.

 

 

Schon vom Pier aus sehen wir dafür in der Entfernung unseren nächsten Trail, der entlang der Bucht in die gegenüber gelegenen Hügel hochführt. Kurz nach 14:30 verlassen das Städchens Cres und halten kurz danach rechts um in den offiziellen Hafen zu gelangen.
Der beschriebene Einstieg ist relativ eindeutig, weil Eingangs Hafen hat es nur einen Linksabzweiger. Dieser sieht aber so gar nicht nach Auto-Zone aus wie wir West-Westeuropäer es uns gewohnt sind. Zudem ist er zu Teilen von einer aktiven Baustelle vereinnahmt. Skeptisch stelle ich den Jeep neben der Baustelle ab und folge dem glorifizierten Fahrradweg erstmal zu Fuss um sicher zu gehen, dass wir uns hier nicht in eine Sackgasse reinmanövrieren in der wir so rein gar nix verloren haben.
Nachdem ich mich überzeugt habe, fahren wir 10 Minuten später an den ungläubig dreinblickenden Bauarbeitern vorbei und dem Hafenzaun entlang.

Nach einigen hundert Metern treffen wir auf gelben Schotter und eine Anzahl blauer, wenig offiziell aussehender Minischilder auf ner Tafel.

 

Mal sehen: Kein Feuer machen, kein Campen, ein Roller?!? häh?!?!?  und Klaffikowskis an die Leine.

Aber keine Fahrverbotstafel, welche hierzulande gleich aussehen wie Zuhause, manchmal einfach gelb anstatt weiss ausgefüllt. Screwby, wir fahren weiter.

Wie gemalt: So präsentiert sich uns der Beginn des zweiten Trails der Insel Cres. Der Schotter hat ein fast schon leuchtendes Beige-Orange und ist sehr fein. Rechts und links ist er zu Beginn durch graue Steinmauern und Olivenhaine gesäumt. Alles wirkt irgendwie surreal, wie erst vor 5 Minuten frisch für uns angelegt.

 

Nach ein zwei Kilometern weichen sie und der Blick auf die Bucht waldigem Gebiet und da es keine Abzweiger mehr gibt, hat auch der Ärger mit den nicht löschbaren POIs im OSMand-Navi ein Ende.

Der Trail ist stellenweise gut zugewachsen und wird nun deutlich unkomfortabler. Ich mache lediglich eine frische Reifenspur vor uns aus. Dennoch ist er, obwohl er mit jedem Kilometer etwas mehr zu verwildern scheint, nicht schwierig. Viel mehr belohnt er uns mit traumhaften Aussichten egal wohin man schaut, und das ist doch auch was.

 

Nach einiger Zeit treffen wir auf ein improvisiertes, deutlich in die Jahre gekommenes Weidegatter. Wir probieren der Bitte auf dem zugehörigen Schild nachzukommen, bringen es aber nicht fertig die auseinander fallende Konstruktion aus dürrem Holz und verrostetem Draht wieder so zu schliessen, dass wie vorher zumindest die dümmeren Schafe nicht mehr entwischen können. Speakin' of which, von denen haben wir sowieso seit Trailbeginn weit und breit noch keins gesehen.

 

Hanibal Smith und McGyver beschliessen dennoch den Tag und das Tor unter Zuhilfenahme von etwas Panzertape und einer Prise Redneck-Ingenuity zu retten.

 

Der Trail zieht sich weiter. Mal gerade, mal runter mal hoch. Ich wechsle wiederholt in die Untersetzung und zurück.

Der Rest ist eher einer staubigen Autobahn mit Panoramablick gleichzusetzen. Was gäbe ich jetzt für einen richtigen Platzregen to spice things up a little :)

Unterwegs treffen wir lediglich eine 5-köpfige Familie am Wandern an. "Smile and wave", was zu 80% seine Wirkung nicht verfehlt. Die Mutter war dem Gesichtsausdruck zu folge wohl ne radikal-Grüne oder sonstwie plem... Wenn Blicke töten könnten sag ich euch.

 

 

 

 

 

Nach total ca. 15 km treffen wir wieder auf Teer.
Die Etappe sollte nur kurz ausfallen und bald in den nächsten Trail einmünden, der uns entlang des Vransko-Sees führen soll. Der See gilt als Unesco Welterbe und stellt gleichzeitig den Trinkwasserspeicher der Insel Cres dar. Er ist berühmt dafür, seinen tiefsten Punkt 61 Meter unter Meeresspiegel zu haben. Was daran so spektakulär sein soll, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen. Aber ich habe auch nie behauptet das hellste Licht im Universum zu sein...


Unsere Pläne werden jedoch jäh durchkreuzt:

 Auch die zweite Traileinfahrt nach Mali Podol ist deutlich durch ein Fahrverbot gekennzeichnet.

 

 

Schade schade, aber angesichts dessen, dass die Uhr auch schon wieder zweite Hälfte Nachmittag anzeigt, ist es sowieso nicht verkehrt sich langsam auf den Rückweg Richtung Cres und von da zum Fährhafen Merag zu machen. Klar sind wir enttäuscht, aber das 11. Gebot ist in einem solch eindeutigen Fall nicht applizierbar, Ausland hin oder her resp. gerade deswegen nicht.

 

Von Merag wollen wir erneut mit der Autofähre auf die Nachbarinsel Krk übersetzen. Dies muss sowieso noch heute passieren, weil danach für Normalsterbliche aufgrund des Osterfests fährentechnisch bis Dienstag garnix mehr geht und wir hier festsässen.

 

 

17:30: Als wir uns dem Fährhafen  nähern, können wir ihr wie auch schon gerade noch beim Ablegen zusehen.


Wir beschliessen uns die Zeit wie die Locals mit Fischen zu vertun. An Fischen mangelt es definitiv nicht. Diese tummeln sich in allen Grössen zu Hunderten direkt am Dock. Dennoch wollen wir einfach keinen Erfolg haben. Wir probieren es zuerst mit Schnecken, dann Muscheln vom Hafen. Naja da hätte ich als Fisch auch nicht angebissen. Danach mit Brot und zum Schluss sogar noch mit einem panierten Schnitzel mit Tartarsauce^^.

 

 

 Aber auch das scheint für die Herren und Damen Schwaderonis nicht exquisit genug.

Sie tanzen geradezu hämisch um den Haken herum. Na wartet ihr Säcke, das nächste Mal bring ich Dynamit! : )

 

19:15: Boarding nach bekanntem Schema. Platz 1 und 2 in der Startaufstellung gehen an die Teams Graz und Toledo. Wir nutzen die kurze Überfahrt um ein paar Bilder des sich hinter uns anbahnenden Sonnenuntergangs zu knipsen.

Die "Landung" auf der Krk verläuft ebenfalls gleich wie beim letzten Mal, einfach ohne allfälligen Radkastenschmuck auf 2 Rädern vorne dran. 

 

Da die Insel Krk über eine Brücke direkt mit dem Festland verbunden ist, hat auch hier der vormals erwähnte Schilderwahnsinn bereits Einzug gehalten. 30-80-50-30-40-80- 30 :) Am Westende der gleichnamigen Hauptstadt Krk entdecken wir einen grossen Plodine Supermarkt und beschliessen nochmals unser Glück mit den forgotten Items zu versuchen.

 

Sinnfreierweise werden wir zumindest Teilweise fündig, verlassen den Supermarkt dann aber doch wieder nur gut amüsiert mit Bier und Softdrinks unter den Armen^^.

 

 

:D:D:D:D:D:D:D Ich entschuldige mich an dieser Stelle für meinen Humor, aber ich find sowas zum schiessen komisch :D

 

 

Wieder zurück auf dem Parkplatz zeichnet sich der Himmel bereits schon wieder in allen Lilatönen die der Malkasten hergibt. Ich bin ab dem Naturschauspiel so baff, dass ich nicht mal mehr dran denke ein Foto zu knipsen.

Bis zum "Camping Resort Krk" ist es gerade noch so weit, dass es wieder dunkel ist bis wir ankommen. 

 

 

Die übliche Howdidleydoo-Routine ist schnell durchgekaut, nicht zuletzt weil an an der Adria-Küste scheinbar jeder Mensch und sein Hund nahezu perfekt Deutsch sprechen. Und in den seltenen Fällen wo nicht aber garantiert Englisch. Was ein Glück! Denn nach <<dobar dan>>, <<hvala>>, <<opet sresti>>, <<Pivo>> und einigen unflätigen Ausdrücken die mir ein Arbeitskollege beigebracht hat, ist bei meinem Kroatisch schnell mal Ende Gelände.

 

Der Camping ist super sauber, das Highlight definitiv der Sanitär Komplex. Marmoranmutende Abwaschbecken, alles glanzpoliert mit  grossen Spiegeln und einem miiindestens 500tausend Liter Boiler. Ich stehe noch lange auf der Strasse oberhalb und starre auf das Weiss-Holz-Marmorfarbene Gebilde während ich mich frage, woran es mich nur erinnert. 

 

 

 

Doch es will mir erst jetzt beim Schreiben einfallen: Das alte Visitor Center im 1993er Jurassic Park! (ok, es braucht etwas Vorstellungskraft).

Die Musikauswahl die im Komplex abgespielt wird, besteht aus ca. 5 sich wiederholenden Liedern auf einer CD, die wohl noch aus den Zeiten des Campbaus stammt. Aber dazu später mehr.

 

Abgesehen von Sauberkeit und Prunk ist der Campingplatz eher ein verworrenes überparzelliertes Hühnergehege. Ich möchte nicht wissen, wies hier in den Sommerferien zu und her geht wenns so richtig menschelt. Schon nur die Gartennazis mit ihren Erstweltproblemen von schräg oberhalb reichen mir so weit, dass mein Unterbewusstsein anfängt Pläne für das Anlegen von Punji-Pits auf deren Parzelle anzufertigen. Unser zugegeben spartanisches Camp liess sie wohl im Glauben wir seien Zigeuner und hat sie zeitlich wieder etwas zurückgeworfen... Auch brauch ich von Tochter Gartennazi mit Mutter im Schlepptau aufm Rückweg von der Dusche nicht darauf aufmerksam gemacht zu werden, dass es verboten sei über den 70cm hohen Zaun am Wegrand zu steigen. "Freies Land Kleine, freut mich aber wahnsinnig, dass ihr keine anderen Probleme in eurem Leben habt.". Das darauffolgende Bünzli-Gezeter hab ich verdrängt...

 

Allenfalls müsste  für "Operation Dangerville" später noch Zeit gefunden werden, denn Grundbedürfniss Hunger klopft bei mir gerade an die Tür, dass es nur so kracht. Also werden Klappspaten, Taschenmesser und Bambusstöcke vorerst beiseite gelegt und wir machen uns in Richtung Futterkrippe des Camps auf.

Langweilig von uns, ich weiss, aber wir bleiben +/- beim Menü vom Vorabend. Kalte Fleischplatte voraus, gefolgt von Hühnchen auf gemischtem Salat bei mir resp. Grillplatte bei Dävu. Dazu eine Kombination aus Ozujsko und einer Flasche kroatischem Pinot Noir, der runter geht wie Pingu-Sirup... und auch entsprechend gute Wirkung im Ziel zeigt, awesome :)

 

Danach same procedure as every night: Dävu ist bald weggedöst, ich grabe den Klappstuhl aus und mache mich mit Handy in der einen und Bierdose in der anderen Hand ans Reisetagebuch.
Abwechslungsweise raunt mir Ms Spears vom Duschkomplex her immernoch zweideutigen Schweinkram entgegen, bevor Suicide-Seline Dion sie jeweils wieder mit ihrem Titanic-Hit "my Heart will go on" abwürgt und ordentlich auf die Tränendrüse drückt...:P

Das geht bis nach Mitternacht so weiter, begleitet von stetem Geblubber meines Lieblingsmusikinstruments: Der Shisha, heute Geschmack Doppelapfel.

 
00:45 Der CD-Player des Jurassic Parks scheint den Geist aufgegeben zu haben. Ich ergreife die Gelegenheit und schlüpfe bestens amüsiert in den Schlafsack, diesmal jedoch noch mit einer zusätzlichen Decke, die quasi permanenter Bewohner des Jeeps ist.
Bereits jetzt ist absehbar, dass der Flüssigkeitenkonsum des Abends wohl noch Nachwirkungen haben wird, tja... "Play stupid games, win stupid prices"

 

 

TAG 3, Freitag 14.04.2017, POI: Kreuz und quer über die Insel Krk, Kroatien

 

"Oh baby, baby!" Sie ist wieder auf Sendung! Wir auch. Gewohnt früh und als zweiter im Bunde entzwiebel ich mich aus dem Schlafsack. Wir frühstücken unser vorzügliches Vollkornbrot ausm Camp Kovacine mit Butter und Honig resp. Käse und Räucherschinken und lauschen dem morgentlichen Familienappell der Gartennazis. Punkt 1 auf der Tagesordnung scheint aus unseren Karabinerhaken zu bestehen, die das Tarp an den Dachträgern und dem Maschendrahtzaun befestigen, welcher gleichzeitig auch die Grenze zu ihrer Parzelle darstellt. Mimimimiiiii.....Fasssszinierend... :) Ich hätt' die Pits gestern Nacht doch noch ausheben sollen :)

 

Nach einem Mini-Abwasch im Britney-Gehege gehts zum all-morgentlichen Stromschmarrozzen ins Camp-Resto, um auch heute wieder Platz auf den Camspeichern zu schaffen. Wir genehmigen uns noch einen Espresso und OJ dazu und machen uns eine gute Stunde später auf den Rückweg. Dabei gibts noch nen kurzen Abstecher zum Strand um traditionsgemäss ein kleines Glässchen mit Sand für die Sammlung zu füllen. Soviel sei zum Sandstrand an der Adria gesagt: Im internationalen Vergleich sind es doch eher wenig "Sandkörnchen" die ins Glas passen :)

 

Gegen 10:00 checken wir aus und belauschen dabei nebenan noch ein Gespräch eines österreichischen Paars mit der Rezeptionistin: Nein, für den Juli seien bereits keine Reservationen mehr möglich und die Warteliste endlos. Gut, so komme ich sicher nicht auf die Idee im Juli 5 Jungs vom gleichen Schlag hier anzuschleppen. Das gäb sonst was für CNN: "Famous croatian camping spot mysteriously replaced by huge smoking crater overnight. Prez Trump offering to build absolutely fantastic wall around it."

 

 

Wir fahren die paar Minuten retour ins Zentrum der gleichnamigen Hauptstadt von Krk um nach Kaffeekocher, kleineren Fischerhaken und einem Feldbett zu schauen. 2/3 der Ware können wir auftreiben, den Kaffeekocher lassen wir dann doch wieder stehen weil ich schon 2 Stück in der Grösse Zuhause rumstehen habe und wenn schon einen dritten, dann einen grösseren anschaffen möchte. Als Feldbett-Ersatz hat sich Dävu eine Art Liegestuhl gekauft. Für diesen Trip würde er wohl schon halten, viel länger gebe ich ihm jedoch nicht.

Ja und was machen wir jetzt? Kein Plan und das kann auch so bleiben. Kurz OSMand konsultiert und den nächstgelegenen Trail der parallel zur Bucht verläuft ausfindig gemacht. Er beginnt direkt hinter einem Aussenquartier der Hauptstadt und sollte uns nach ein paar wenigen Kilometern links abbiegend direkt ans Meer hinunter führen, wo wir den Nachmittag lang in einer halbgeschlossenen Bucht die Seele etwas baumeln lassen wollen.

 

Bis kurz vor dem Wasser ist der Trail in etwa mit den gestrigen zu vergleichen: Grober Schotter zwischen Steinmauern, hübsch anzusehen, selten ausgefahren und zwischendurch hängt mal ein Baum oder Strauch etwas zu weit in den Weg hinein. Aber weder Untersetzungswürdig, noch sonstwie eine Challenge für Fahrer oder Geländewagen.

 

Ca 200m von der angepeilten Bucht entfernt wird der abzweigende Trail dann doch etwas enger, so dass eine etwas vorsichtigere Fahrweise angebracht ist. Die letzten 50m sind recht steil, eng zugewachsten und gesäumt mit grossen, kantigen Steinen. Wir erkunden das Stück zuerst um zu sehen, ob wir einmal unten angekommen überhaupt den Platz haben um die Fahrzeuge zu wenden.

Das Glück ist uns hold, 2 Tentpads in genau der richtigen Grösse sind da unten und bieten perfekten Ausblick über die Bucht. Im Schrittempo quetschen wir uns zwischen Steinmauern, über ihre Überresten und durch die dichte Flora das letzte steile Stück in die Bucht hinab, packen Campingstühle, Shisha und Fischerbox aus und geniessen die Sonne. 

 

 

 

 

Einzig mit Baden ist nicht so viel, mal abgesehen von mimimimii

In der Bucht herrscht nicht viel Treiben. 2-3 kleine Familienyachten schauen vorbei und zwei Motocross-Biker aus dem grossen Kanton besuchen uns noch kurz und scherzen darüber, wie wir unsere Fahrzeuge überhaupt hier heruntergebracht hätten. Naja so schwer wars auch wieder nicht, runter kommst immer irgendwie..

Die türkisfarbene kleine Bucht ist gesäumt von beige-orangen Felsen und kleinen Bäumen, die Sonne ist ebenfalls erwacht, absolutes Postkartenmaterial.
Der Nachmittag vergeht gemütlich, Chillfaktor 3000 und steigend. Eigentlich wollen wir hier garnicht mehr weg. Aber da es mit der Fischerei trotz der kleineren Haken immer noch nicht so recht klappen will, fehlt noch und was für die Grillschale... Wir beschliessen zurück zum Plodine Supermarkt zu fahren, dort für Abhilfe zu sorgen und dann zurückzukehren und für die Nacht einfach das 11. Gebot zu beachten. Hier würde uns nie jemand finden, und ausser Reifenspuren hinterlassen wir aus Prinzip nie etwas, also was solls...

 

Den Weg dahin und den Trail kennen wir ja bereits. Die enge Passage wird untersetzt im Schritttempo hochgekraxelt, danach geht es wieder gewohnt flott weiter.

Ausser einer Wandergruppe von einer der Yachten und ein paar Mountainbikern treffen wir  niemanden an. Da wir ordentlich Staub im Schlepptau haben, versuchen wir die Wogen mit der üblichen "verlangsamen-smile&wave"-Taktik zu glätten, was auch meist fruchtet und erwiedert wird.

Der Trail selbst irritiert mich jedoch etwas: Erneut sehen wir an Ein- und Ausgang des Trails keine Verbotstafeln, unterwegs sind aber immer wieder 5-10cm grosse rote Kreise mit gelbem Inhalt bei verrammelten Abzweigern auf Pfosten, Bäume und Steine gemalt. Manchmal ist da auch garkein zugehöriger Abzweiger da. Gehören die nun zu unserem Trail und warum ist der nicht gleich Ein- und Ausgangs gesperrt sondern erst nach rund einem Drittel?!?? Sind den Kroaten etwa doch noch die Schilder ausgegangen? (Lesermeinungen/Erfahrungen erwünscht :) )

 

Dävu hat auch hierzu wieder die passende Weisheit parat: "Fragen schränkt ein!"
Abhilfe für unser Grillproblem ist im Plodine schnell gefunden: In Form von Hühnchen-Gemüse-Spiessen, und jeder Menge Cevapcici in gross und klein. Ich schätze die ganze Ladung auf irgendwo zwischen 800 und 1400 Gramm... Man sollte nicht mit Hunger einkaufen gehn...

 

Auf dem Parkplatz davor plagen uns dann doch wieder theologisch angehauchte Fragen betreffs dem 11. Gebot. Schliesslich beschliessen wir uns via OSMand-Try-and-Error-Style noch eine andere  Bucht am Südende der Insel zu suchen, dort in der Abendsonne zu grillen und später nen Campingplatz im Nordosten anzufahren, den ich für den Juli-Tripp eh noch überprüfen wollte.

Gesagt, getan. Was einmal geklappt hat, klappt auch beim zweiten Mal. Wir müssen einige Male aus vorerst vielversprechend aussehenden Sackgassen zurücksetzen, finden aber dann den richtigen Trail der uns in die angepeilte Bucht bringt.

 

 

18:00: Die Grillschale wird entfacht. Zu Chips, Ozujsko Radler und urigen Liedern aus der Heimat brutzeln wird bei guten Gesprächen und in mehreren Chargen in der Abendsonne unseren halben Bauernhof.

 

 

 

Nach dem Abwasch und Einpacken unseres und des Abfalls der offenbar zahlreichen Vorgänger, zwängen wir unsere Sumobäuche wieder hinters Steuer und machen uns auf Richtung Nord-Osten, nach Silo ins Camp Tiha .
Ca. 10 Kilometer vor der Ortschaft ist es ausnahmsweise noch immer nicht dunkel, ich dafür wieder asphalltmüde. Die erste Einfahrt auf eine Strecke die ungefähr parallel zu unserer Route verlaufen wäre, haben wir soeben verpasst. An der nächsten Kreuzung gibts jedoch wieder einen Einstieg. 

Als wir auf den Schotterweg einbiegen hat es wieder irgendwelche, diesmal rechteckigen Mini-Kritzelschilder in Giberish, diesmal in Blau gehalten.
Der Trail verläuft mittig durch eine längliche Weide die in den Wald gerodet wurde. Wir passieren zwei Tore, an welchen wir lediglich freundlich aufgefordert werden diese wieder zu schliessen, was wir natürlich tun. 

 

 Getier ist jedoch weit und breit keines zu sehen, war wohl vorher auf unserem Grill. Ein abgeschlossenes Tor streicht uns schliesslich 2/3 der angepeilten Piste und uns bleibt nur wieder die Einfahrt auf die Hauptstrasse, der wir die letzten Kilometer nach Silo folgen. In der langsam einsetzenden Dämmerung am Hafen noch schnell den Abfall in die Tonne entsorgt und rechts hoch zum Camp Tiha abgebogen.

 

Zugegeben, Camp Tiha ist schlicht und keineswegs so Gucci wie Jurassic Park neben Krk oder Phenomdems Olivenhain neben Crés. Aber es kostet einen Bruchteil, hat fliessend Wasser, die WCs sind sauber und vor allem: Es ist nicht parzelliert und hier ist zu dieser Jahreszeit, ausser einem Ford-Camper und einem vermieteten Bungalow, wie es scheint absolut niemand.
Für Juli können wir aufgrund der Nicht-Parzellierung zwar nicht vorreservieren, aber man versichert mir, dass sie schon Platz für die 3 Cherokees und den Wrangler haben werden weil sie selten voll ausgelastet seien. Und sonst stellen wir die Dinger dann für ne Nacht auf ihren unbeleuchteten Tennisplatz, who cares...

Wir nutzen das endlose Platzangebot und stellen im schwindenden Tageslicht G & Wrangler Heck an Heck um das Tarp auch mal so Spannen zu können wie es angedacht ist.

 

Ich bin von dem System aber noch immer nicht überzeugt. Obwohl ich am 2. Morgen meinen ganzen Dachträger mit 8er-Schlaufen aus Fallschirmleine bestückt habe um das Tarp mittels Karabinern nur noch einklicken zu müssen: Der Krüppel passt nicht. 
Schnüre und Riehmen müssen an beiden Fahrzeugen, auch am JKU für welches es gemacht wäre, improvisiert irgendwo durchgefädelt und angeknüpft werden und am Ende ists dann doch nicht sauber gespannt. Was ein System :)

 

Ich werde aufgrund der kurzen Nächte, oder was auch immer, schnell unentspannt und verliere schliesslich kurz die Beherrschung. Meine Zündschnur ist einfach zu kurz für zusammen-improvisiertes Gefummel und hundert mal nachjustieren. Und in etwa so, jedoch deutlich weniger diplomatisch fällt das 30-Sekunden-live-Review zum Produkt aus... Was mir im gleichen Moment auch schon wieder leid tut... 

 

Für den Wrangler gibts definitiv eine fix-montierte Markise als Unterstand. Kein Abspannen, keine Spannschnüre und Gebastel: Hin fahren, klick-klack-ausziehen, notfalls noch ein, zwei Heringe einschlagen and that's it, so gehört sich dass in meiner kleinen Welt.


Zeit für Friedenspfeife und Feuerwasser. Die Shisha, Pivo und Johannisbergeriç werden hervorgeholt und der Abend nimmt seinen Lauf. Über die Bucht haben wir eine hammermässige Aussicht auf den Lichterzirkus von Rijeka.

 

 

Wie so Oft werden die Fotos der Realität nicht annähernd gerecht.

Gewohnt später und mit nicht aus dem Stand rekonstruierbaren Tagebuchnotizen in der Tasche, mummel ich mich schliesslich in den Schlafsack ein und schmunzle nochmals über die vermeintliche Weisheit des Tages:

"Fragen schränkt ein"

 

TAG 4, Samstag 15.04.2017, POI: Ucka Gebirge, Kroatien


Es ist der kühlste Morgen bisher, und der Himmel sieht zu Tagesbeginn noch reichlich verhangen aus.

 

 

Heute geht es zurück aufs Festland, genauer gesagt ist unser Ziel für heute die noble Hafenstadt Poreç an der kroatischen Westküste. 
Vorhin gedenken wir aber eines gefallenen Mitstreites: Die Feldbett gewordene Strandlige war wohl für eher das Gewicht des herstellenden Mitarbeiters in Fernost ausgelegt. Nach "One night with Dävu" ist das arme Ding deutlich verbogen und auch einige der Nähte scheinen auf den Feldern der Ehre geblieben. Wir haben beim Anblick vorerst Mühe uns wieder einzukriegen :)
Meine Prophezeiung war insofern richtig, als dass sie zumindest für diesen Tripp halten würde, als dass wir heute Abend für die letzte Nacht ein Hotel ansteuern.


Wir checken aus und machen uns einem schmalen aber ansonsten nicht weiter spektakulären Küstentrail entlang auf nach Rijeka, wo wir irgenwo zum Frühstücken einkehren wollen. 

 

 

 

Denn heute steht der bisher längste und vielversprechendste Trail aus dem Offroad Spezial durch das Ucka-Gebirge an und wir hoffen, dass es dank kontinuierlich starken Regenschauern endlich mal etwas schlammig und somit anspruchsvoll für Jeep und G wird. 

Kaum überqueren wir die Brücke aufs Festland, als auch schon die ersten Regentropfen auf die Scheibe klatschen und schnell an Intensität gewinnen. Eigentlich waren diese erst auf den späteren Nachmittag angesagt aber für heute gilt je früher desto besser.

 

 

 

Als wir in Rijeka ankommen und unsere Fahrzeuge unweit des Zentrums abstellen, schüttet es bereits wie aus Eimern. Wenn man so in die Runde aus Touris und Locals blickt, scheinen wir die Einzigen zu sein, die sich darüber nicht nur freuen, sondern vor Glück schier aus der Haut fahren!

 

                                                                                                         ...Aldeee :)


Doch zuerst geniessen wir einen Cafe Americano in einem urchigen kleinen Pub unweit des Stadtzentrums während wir nochmals die Route prüfen. Mittlerweile recht gut vertraut mit OSMand inkl. seinen Tücken, trau ich der eingeplotteten GPX-Route aufgrund der veränderten Anfahrt via Rijeka anstatt Brestova nicht mehr wirklich. Dies wird sich später leider auch bewahrheiten.

 

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz schnappen wir uns noch lecker Gebäck aus einer Bäckerei, die wir vorher schon beäugt hatten. Danach lassen wir Rijeka hinter uns und beschliessen noch zu tanken, obwohl theoretisch noch 200km drin lägen. Better safe than sorry. Gegen Mittag beginnt der Anstieg ins Ucka Gebirge durch kleine Dörfer und enge Gassen. Bald sind wir am Einstieg, der eine Harnadelkurve bildend von der Hauptstrasse abzweigt. Es pisst noch immer in Strömen und hat kein Bisschen nachgelassen, im Gegenteil. Perfekt.


Die Route ausm Offroad Magazin ist zu Beginn etwas enttäuschend. Die Waldstrasse ist breit und grosszügig mit Kies zugeschüttet. Die zahlreichen Riesenpfützen effektvoll für die Cam zu durchfahren war zwar anfangs recht witzig, doch uns reicht das nicht.

 

 

 
Mit Osmand co-referenziert entscheiden wir von der eingeplotteten Route abzuweichen, auf einen engen Trail ohne Schotter dafür mit nicht zu kleinen Felsten. Zumindest macht es hier aufgrund von Steigung/Gefälle mal Sinn in die Untersetzung wechseln.
Der erste Trail ist gut getränkt, windet sich vorbei an Felskanten durch den Wald und mündet nach ca einem Kilometer wieder auf eine Schotterpiste, welcher wir kurz folgen. Wir kommen an eine T-Kreuzung. Nach rechts gehts wie gewohnt weiter, nach links ist auf der höchsten Zoomstufe im OSMand gerade noch so ein Trail auszumachen, der uns wieder auf die ursprüngliche Route bringen sollte. Und der sieht doch mal "durchaus interessant" aus:

 

Steil ansteigend, ausgefahren von offensichtlich grossen Forstfahrzeugen, welche bis gestern noch am Werk gewesen sein mussten. Als Folge jede Menge abgetrennte Überresten von Bäumen und Sträuchern in allen Grössen und Formen die aus der stellenweise tiefen Matschepampe ragen.

Ich zögere kurz. Als über Funk dann aber "ich weiss was du denkst, gib ihm!" kommt, lege ich die Untersetzung ein, sperre Vorder- und Hinterachse und trete bald mal beherzt aufs Gas. Dävu folgt mit gebührendem Abstand und gesperrter Hinterachse. Wie der Wrangler, beisst sich der G unaufhaltbar aber endlich nicht mehr unterfordert über den tückischen Untergrund den Holzfällertail hoch. 


Nach einigen hundert Metern und anständiger Schlammpanade, halten wir jedoch auf einem freien und weniger steilen und schlammigen Stück an. 

 

 
Der Grund für den plötzlich besseren Untergrund ist, dass die Forstvehikel noch nicht so weit auf dem ursprünglichen Weg vorgedrungen sind und genau darum ist hier absurder weise Ende Gelände.

Beim Räumen zahlreicher Felsen mitten im Trail fällt uns nämlich auf, dass ein paar hundert Meter entfernt noch dutzende dicke Bäume über den Trail gekippt sind, für welche zu räumen wir aufgrund des Terrains weder das Equipment, noch die Zeit oder die Dummheit besitzen.

 

Vorsichtig setzen wir zurück, müssen einige Male nochmals vorwärts um nicht abzurutschen, bis wir schliesslich ca. 100m weiter hinten wenden und die Bootsfahrt zurück hinunter auf die Schotterstrasse antreten können. 

Der Adrenalinausstoss lässt nach und wir werfen kurz einen Blick unter die Fahrzeuge um sicherzugehen, dass sich da nix potentiell tödliches zwischen die Skids oder sonstwo rein verkeilt hat. 

 

Auf den ersten Blick zwar alles paniert, aber ansonsten nix, was da nicht sein sollte. Lediglich der EU-typische Nummernhalten am Heck des Wranglers ist bereits zu zwei Dritteln übern Hades übergesetzt... Warum man den hinteren Böschungswinkel ruinieren musste anstatt den US-Nummernhalter unterm linken Rücklicht zu übernehmen ist mir sowieso ein Rätsel. Aber brechen wir den Rant an dieser Stelle ab, es geht mir schon viel besser... :)

 

Ich biege also das zu Teilen noch im Rahmen steckende Nummernschild wieder gerade und sichere es zusätzlich beidseitig mit Panzertape.

Danach geht es auf der Waldstrasse weiter, bis wir erneut das Jucken kriegen. Ein zweiter Trail mit dem gleichen "Rating" wird entdeckt, der uns zumindest wieder auf den jetzigen gleichen Weg bringen sollte.
Die Untersetzung wird abermals eingelegt und der enge, ebenso grosszügig getränkte Trail in Angriff genommen. Nach dem Umrunden einer Felskannte steigt er Steil an und scheint, kurz nach dem wir oben angekommen sind, beinahe zu versiegen. 

 

 

Mehr als ein  glorifizierterWildpfad ist das nicht mehr und hier ist seit Jahren sicher niemand mehr durchgekommen. Ich überlege mir noch kurz auszusteigen und die andere Seite zuerst zu Fuss zu erkunden um sicher zu gehen, dass wir uns nicht auf der ebenso steilen Abfahrt in einer Sackgasse festfahren. Denn hier kommt garantiert kein Postbote mehr vorbei und wir haben keine Winde mit. Nach ein paar Metern werden die herunterhängenden Äste jedoch von den Limbrisern weggeschoben und ich sehe, dass die kurz darauf beginnende Abfahrt gut einsehbar ist und der Weg wieder zu seiner ursprünglichen "Breite" zurückkehrt.

 

 

Wir kommen aufgrund des Gefälles, rutschigen Untergrunds und der zahlreichen kleinen Felsen in der Spur nur langsam voran, treffen aber irgendwann wieder auf den ursprüngliche Waldstrasse.


Die Pfützen werden immer zahlreicher und toppen bereits die Grösse des durchschnittlichen Schweizer Vorgartenteichs. Folglich dauert es nicht lange, bis über Funk gestichelt wird "Uuuh ich bin Jeep-Fahrer und lasse keine Pfütze aus!".

"Sorry, ich hab deinen Namen nicht drauf gesehen" pfeiffts zurück :)
Bin mal gespannt auf die Full-HD-Videoaufnahmen der Contour aufm Dashboard, oh, hier sind ein paar in Form von VLC Snapshots :)

 

 

Bald sind unsere Offroader schon wieder nahe an sauber, "Eckhaaat! Tut das Noouut?" 

Mit entsprechender Zoomstufe finde ich nochmals einen grosszügig langen Trail der uns, wenn auch auf Umwegen, irgendwann dann doch zum angepeilten Ausstiegstrail bei Racja Vas bringen sollte. 
Er beginnt mit ausgefahrenen matschigen Fahrrillen, die ich mehr oder minder erfolgreich versetzt umfahre.

 

Danach gehts den Hügel entlang hoch, gefolgt von einem sehr felsigen Stück welches wir plus/minus im Schritttempo durchqueren. Unter diesen Voraussetzungen kann das Wranglerfahrwerk endlich mal punkten. Es geht einige Zeit so weiter, der Regen unser ständiger Begleiter. Nach 20-30 Minuten biegen wir abermals um eine Ecke und kommen zum Stehen. 

 

 

Die Holzfäller waren diesmal vom anderen Ende des Trails her am Werk. Ein kompletter Baumstamm mit knapp einem halben Meter Durchmesser liegt quer über unseren in den Hang geschlagenen Trail der auf beiden Seiten keinen Spielraum lässt um das Hindernis zu umfahren. Die nächste Möglichkeit zum Wenden läge einige hundert Meter hinter uns. Machbar aber nicht unbedingt der favorisierte Ausweg.

Wir steigen aus, ziehen uns die Regenjacken über und inspizieren den unmittelbaren Verlauf des Trails. Nach genanntem Baum sehen wir in der Distanz mindestens noch einen zweiten, wenn auch etwas kleineren Baum und dahinter aufgehäuftes Mischgehölz auf dem Weg liegen. Wir setzen Teile davon ein um den zweiten grossen Stamm vom Weg runterzuhebeln.

Danach wird der grosse Brocken vor unseren Fahrzeugen präpariert damit er einfacher rollt. Keine Chance das Ding anzuheben. Da er jedoch ungefähr mittig aufliegt, können wir in in einer ersten Phase mal von der Böschung auf den Weg herunterzuwiegeln probieren. 

Das gelingt uns auch bald und im gleichen Stil geht die Testosteronparty auf dem Weg unten weiter bis dieser geräumt schliesslich frei ist.

 

 

Wir fahren vor bis zum zweiten Hinderniss. Dort werden ebenfalls noch die gröbsten Überbleibsel der Forstarbeiter beiseite geschafft. Ein Wurzelstrunk in der Mitte des Weges bleibt jedoch übrig, danach sollten wir home-free sein. 

 

 
Beim ersten Versuch will es nicht klappen. Wohl aufgrund zu stiefmütterlicher Behandlung des Gaspedals. Das Hängebauchschwein setzt links auf den Skidplates unterm VTG auf. Retour und nochmal recht freundlich... Ich bin durch. Bei Dävu klappts auf Anhieb.

 

DAMIT wars wohl einfacher :)